Leisere Töne im Thurgau

EISHOCKEY. Dank dem neuen Trainer Christian Weber hat der NLB-Eishockeyclub Thurgau wieder Grund zur Zuversicht. Von hohen Zielen ist zwei Tage vor dem Saisonstart daheim gegen La Chaux-de-Fonds aber nichts zu hören.

Matthias Hafen
Merken
Drucken
Teilen
Thurgaus neuer Cheftrainer Christian Weber (links) zeigt dem amerikanischen Stürmer Derek Damon, in welche Richtung es gehen soll. (Bild: Mario Gaccioli)

Thurgaus neuer Cheftrainer Christian Weber (links) zeigt dem amerikanischen Stürmer Derek Damon, in welche Richtung es gehen soll. (Bild: Mario Gaccioli)

Ein Blick auf die Kaderliste zeigt: Der HC Thurgau steht vor einem Neuanfang. Es ist der vierte in den vergangenen vier Jahren. Jedesmal ging es darum, das Verpassen des Playoffs vergessen zu machen. Jetzt werden andere Töne angeschlagen: «Wir werden vielleicht die Mehrheit der Spiele verlieren», sagt Präsident Peter Muri offen an der Medienkonferenz. Dieser Neuanfang ist offensichtlich anders – und der HC Thurgau schon deswegen spannender als in den vergangenen Jahren.

Nur acht Spieler sind aus der letztjährigen Mannschaft noch dabei. Die 35 Punkte Rückstand auf einen Playoff-Platz haben ihre Spuren hinterlassen. «Wenn man einen Neuanfang macht, muss man vorher richtig ausmisten», sagt der neue Trainer Christian Weber und gibt damit die sportliche Stossrichtung vor. Wie schon während seiner erfolgreichen Zeit bei den GCK Lions, dem Ausbildungsteam der ZSC Lions, arbeitet Weber im Thurgau primär mit jungen Spielern, die geschliffen werden müssen.

Neuzuzug Winkler wird Captain

Das an sich fragile Gebilde wird von den Routiniers Benjamin Winkler, Andreas Küng, Thomas Nüssli und Patrick Bloch getragen. Sie bilden auch das Captain-Quartett, wobei Neuzuzug Winkler – der Verteidiger kam von Rapperswil-Jona zu Thurgau – das C auf der Brust tragen wird. Andere Spieler wie der Bisherige Fadri Lemm und Klotens Junior Lars Neher, die gestern noch mit einem Vertrag ausgestattet wurden, sollen mit der Zeit ebenfalls Verantwortung übernehmen. Von den beiden amerikanischen Stürmern Derek Damon und Danny Irmen werden wieder mehr Skorerpunkte erwartet als von ihren Vorgängern. Im Tor steht der erfahrene Pascal Caminada. Doch hauptsächlich sind bei Thurgau junge, unerfahrene Spieler am Werk.

«Sind nicht die GCK Lions»

Noch immer fehlt das Geld, um ein ambitioniertes NLB-Team zusammenzustellen. Der grosse Hoffnungsträger heisst deshalb Weber. Dem neuen Headcoach wird zugetraut, aus dem beschränkten Potenzial das Maximum herauszuholen. Und hört man in die Mannschaft hinein, hat er schon etwas erreicht. «Es herrscht wieder eine Eishockeymentalität in der Kabine», sagt Assistenz-Captain Bloch. «Die Motivation im Team ist deutlich grösser als im Vorjahr.»

Und Präsident Muri räumt Bedenken aus, dass der HC Thurgau zu einem GCK Lions des Ostens werden könnte. «Wir haben ein Publikum, dem wir auch gute Resultate bieten müssen.» Trainer und Mannschaft stünden sehr wohl unter Erfolgsdruck. Wunder dürfe man in Weinfelden aber keine erwarten. «Gemessen am vergangenen Winter sind wir nach dem Konkurs von Sierre nun das Schlusslicht der Nationalliga B.»