LEICHTATHLETIK-WM: Tausendstel-Krimi zu Gunsten von Wilson

Die drei Schweizer haben am ersten Abend in London das Glück in Anspruch genommen. Alex Wilson qualifizierte sich über 100 m mit einer Reserve von drei Tausendstelsekunden für die Halbfinals.

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Alex Wilson klassierte sich in seinem Vorlauf mit 10,24 Sekunden auf dem fünften Rang. Das Zittern für Wilson, der mit 10,11 den Schweizer Rekord hält, begann. Neben den Top drei der sechs Vorläufe schafften auch sechs weitere Läufer das Weiterkommen über die Zeit. Rasch zeichnete sich ab, dass der Cut bei 10,24 liegen würde, denn gleich vier Sprinter liefen diese Zeit. Also kamen die Tausendstelsekunden zum Zug. Wilson war die Nummer zwei dieses Quartetts und schaffte den Cut um einen Wimpernschlag. Somit bleib der mässige Auftritt des 26-jährigen Baslers ohne Folgen, er darf heute noch einmal ran. Wilson missriet für einmal der Finish. «Die letzten dreissig Meter waren nicht flüssig. Irgendwie habe ich das Rennen nicht fertig gebracht. Dabei war der Start noch nie so gut wie in diesem Jahr», sagte der gebürtige Jamaikaner.

Auch die Schweizer Stabhochspringerinnen nahmen das Glück in Anspruch. Die Höhe von 4,50 m meisterten Nicole Büchler und Angelica Moser im dritten Versuch erst nach einer Touche. Beide wussten beim Fall auf die Matte noch nicht, ob ihnen die hüpfende Latte folgen würde.

Büchler trotzt Fieber und Schmerzen

Für die Olympia-Sechste Büchler, die bis vor den Spielen in Rio de Janeiro mit den Grossanlässen auf Kriegsfuss gestanden war, nahm der Wettkampf danach einen positiven Verlauf. Obwohl ihr der Rücken und die Hüfte schmerzt und sie gestern Morgen mit Fieber erwachte, schaffte sie 4,55 m im zweiten Anlauf mit einem einwandfreien Flug. Dies reichte deutlich. Die Qualifikationshöhe von 4,60 m für den Finaleinzug der Top zwölf von morgen Abend musste nicht erbracht werden. Moser, die eine Besthöhe von 4,61 m aufweist, scheiterte als 13. Sie hätte wie die Neuseeländerin Eliza McCartney die 4,50 m im zweiten Versuch nehmen müssen.

Erster Weltmeister der Titelkämpfe in London wurde Mo Farah. Er hat Gastgeber Grossbritannien damit einen Traumstart in die WM beschert. Der 34-Jährige setzte sich über 10 000 m in 26:49,51 Minuten durch und wurde zum dritten Mal in Serie Weltmeister über die längste Stadiondistanz. Unter dem Jubel von 60 000 Zuschauern in der ausverkauften Olympia-Arena von 2012 verwies der gebürtige Somalier im Sprint den Ugander Hoshua Cheptegei auf Platz zwei, Bronze holte der Kenianer Paul Tanui. Für Farah war es der insgesamt siebte WM-Titel der Karriere. (sda)