LEICHTATHLETIK: Ostschweizer Glanzlichter

An der Hallen-Schweizer-Meisterschaft zeigen Ostschweizer Athleten starke Leistungen. Yasmin Giger und Hugo Santacruz erreichen die EM-Limite, Selina Büchel läuft persönliche Hallenbestzeit.

Jörg Greb/Magglingen
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Ostschweizerinnen unter sich: Die Amriswilerin Yasmin Giger bedrängt die Bütschwilerin Selina Büchel. (Bild: Alessandro della Valle/KEY)

Ostschweizerinnen unter sich: Die Amriswilerin Yasmin Giger bedrängt die Bütschwilerin Selina Büchel. (Bild: Alessandro della Valle/KEY)

Jörg Greb/Magglingen

Die Topleistung an den Hallen- Titelkämpfen vom Wochenende zeigte Lea Sprunger. Die letztjährige EM-Dritte über 400 m Hürden sprintete die 200-m-Runde in der Magglinger Halle «End der Welt» in 22,98 Sekunden – in neuer europäischer Jahresbestzeit. Gänzlich zufrieden war sie damit nicht: «Mein Ziel war der Schweizer Rekord.» Die 22,96 Sekunden von Mireille Donders aus dem Jahr 1998 verpasste sie im Final um zwei Hundertstel. Immerhin «auf gutem Weg» aber sieht sich Sprunger im Hinblick auf den winterlichen Höhepunkt, die Hallen-EM vom übernächsten Wochenende in Belgrad. Weil die 200 m in der Halle keine Meisterschaftsdisziplin sind, tritt sie über 400 m an – mit Titelambitionen. Auch die 21-jährige Sarah Atcho überzeugte: Mit 23,50 stellte Sprungers Trainingskollegin einen neuen starken U23-Rekord auf.

Bei den weiteren Höhepunkten spielten Ostschweizer prägende Rollen. Von ganz besonderer Klasse war die Entscheidung über 400 m bei den Frauen. Nach bewährtem Muster – wie etwa vor dem Hallen-EM-Titel vor zwei Jahren – nutzte die Bütschwilerin Selina Büchel die Titelkämpfe für einen Härte- und Schnelligkeitstest und lief zweimal über 400 m. Zwei persönliche Bestmarken in der Halle resultierten: 54,50 und 54,28. «Ich lief zweimal voll und strebte persönliche Bestzeiten an», sagte Büchel. Das glückte, indem sie 1,3 Sekunden unter ihrer letztjährigen Bestmarke blieb und 65 Hundertstel unter derjenigen von 2015. Die 25-Jährige sagte: «Ich bin dort, wo ich mich formmässig befinden möchte.»

Yasmin Giger überspurtet Selina Büchel

Mit dem Hallentitel belohnt sah sich Büchel indes nicht – vor der Sonne stand ihr Yasmin Giger. Die 17-Jährige von Amriswil Athletics, vor zwei Jahren Jugend-Olympia-Zweite über 400 m und letztes Jahr U18-EM-Silbermedaillengewinnerin über 400 m Hürden und letztes Jahr bereits Schweizer Hallenmeisterin über 800 m, griff in der Schlusskurve an und überspurtete Büchel und Zimmermann. Gestoppt wurde sie in 53,93 Sekunden. Damit unterbot sie die Limite für die Indoor-Elite-EM. «Ich wollte mein Bestes geben, und was nun herausgekommen ist, habe ich vorerst gar nicht realisiert», erklärte Giger. Zuerst der Sieg, dann die Klassezeit und schliesslich das Unterbieten der EM-Limite. Sie schrieb ein neues Kapitel in ihrer erstaunlichen und erfrischenden Erfolgsgeschichte.

Auf seine Weise traf dies auch auf Hugo Santacruz zu. Der 29-jährige 800-m-Spezialist aus Rapperswil wusste von seiner guten Verfassung und wählte einen Alleingang über die vier Bahnrunden. Ein erfolgreicher: Mit 1:48:46 Minuten verbesserte er seine Saisonbestmarke um nicht weniger als 2,20 Sekunden und unterbot die Hallen-EM-Limite ebenfalls. Und er lachte: «Offenbar benötige ich einen besonderen Druck, um Höchstleistungen abzurufen.» Er nutzte die letzte Qualifikationsmöglichkeit wie vor gut zwei Jahren für die Heim-EM im Sommer 2014 in Zürich. Die neuen Impulse von Nationaltrainer Louis Heyer – er hat von Cornelia Bürki zu ihm gewechselt – scheinen ihn zu beflügeln.

Gold im Kugelstossen verpasst

Mässig zufrieden waren die St. Galler Kugelstösserinnen Jasmin Lukas (LC Brühl) und Lea Herrsche (KTV Altstätten) über Silber und Bronze. «Wir haben nicht in den Wettkampf gefunden, und das Glück stand nicht auf unserer Seite», waren sie sich einig. Der Titel ging mit 13,86 m an die U20-Siebenkampf-Europameisterin von 2015, Caroline Agnou. Silber über 3000 m gewann Chiara Scherrer (KTV Büt­schwil), Bronze im Dreisprung eroberte Alina Tobler (LC Brühl).

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