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LEICHTATHLETIK: Husseins grösste Prüfung

Am Morgen am Examen in Zürich, am Abend auf der EM-Bahn in Berlin: Mit diesem Gedanken muss sich Kariem Hussein auseinandersetzen. Die Master-Prüfung seines Studiums zwingt ihn dazu.
Matthias Hafen, Zürich
Kariem Hussein braucht im August alle Jonglierkünste, um Studium und Sport unter einen Hut zu bringen. (Bild: Valeriano Di Domenico)

Kariem Hussein braucht im August alle Jonglierkünste, um Studium und Sport unter einen Hut zu bringen. (Bild: Valeriano Di Domenico)

Matthias Hafen, Zürich

matthias.hafen@thurgauerzeitung.ch

Dass Kariem Hussein besondere Fähigkeiten hat, zeigte er schon vor vier Jahren mit dem EM-Titel im Zürcher Letzigrund. Oder 2012, als er den Bachelor in Medizin machte. Nun könnte der 29-jährige Hürdensprinter aus dem Thurgau definitiv Kultstatus erlangen. Dann nämlich, wenn er Anfang August am Morgen seine Master-Prüfung an der Universität Zürich schreibt und am Abend in Berlin zum EM-Lauf über 400 m Hürden antritt – und das womöglich gleich zweimal.

Der Zufall will es, dass Husseins Examen genau auf jene Tage fallen, an denen er seinen Saisonhöhepunkt bestreitet. Am 7. und 9. August muss der Medizinstudent zu den zwei schriftlichen Prüfungen antraben. Am Dienstag, 7. August, um 19.55 Uhr stehen auch die Halbfinals über 400 m Hürden im EM-Programm, am Donnerstag, 9. August, um 20.15 Uhr die Finals. «Ich finde es gut, dass alles zusammenkommt», sagt Hussein. So gebe es einen einzigen emotionalen Höhepunkt, auf den er gezielt hinarbeiten könne. «Und es kommt nicht zu einem Spannungsabfall zwischen den Herausforderungen.»

Verschiebung ist nicht das angestrebte Ziel

Gleichwohl sucht Hussein mit der Universität Zürich nach Lösungen, die seinen besonderen Prüfungsstress etwas erträglicher machen. «Ich bin am Abklären, was es für Möglichkeiten gibt», sagt der Tägerwiler. Schliesslich müsse es auch bei krankheitsbedingten Absenzen Lösungen geben. «Aber ich will das Examen eigentlich nicht verschieben.» Eine Alternative könnte sein, dass er die Prüfung nicht an der Uni in Zürich ablegen muss. Was aber, wenn keine Sonderregelung möglich ist? Dann werde er versuchen, beides unter einen Hut zu bringen, sagt Hussein. Als Vollblutsportler fällt es ihm schwer, in dieser Angelegenheit Prioritäten zu setzen. Immerhin startet er an der EM in Berlin als eine der Schweizer Medaillenhoffnungen. Nach Gold 2014 holte er an den kontinentalen Wettkämpfen auch 2016 in Amsterdam Edelmetall, damals Bronze. Und Hussein fühlt sich vor dem Saisonstart in einer Woche am Diamond-League-Meeting in Doha gut, sehr gut.

Der Muskelfaserriss, den er sich Ende Januar im Training in Südafrika zugezogen hatte, sei ausgeheilt. «Es hat sechs, sieben Wochen gedauert, bis ich wieder voll einsatzfähig war», sagt Hussein. «Nun trainiere ich aber schon länger wieder normal.»

Neuer Trainer für neue Impulse

Seit Ende des vergangenen Jahres arbeitet Hussein mit dem Freiburger Laurent Meuwly zusammen, der den bisherigen Trainer Flavio Zberg ablöste. Der Wechsel erfolgte, um im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio neue Impulse zu geben. Vorerst gilt Husseins Konzentration aber ganz dem Jahr 2018. «Das Studium fordert mich in diesem Jahr besonders», sagt er. «Gleichzeitig habe ich mich noch nie so auf eine Prüfung gefreut.»

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