Leichtathletik-EM
Mit Yasmin Giger und Chiara Scherrer kämpfen am Donnerstag an der EM zwei Ostschweizerinnen um den Finaleinzug

Yasmin Giger steht an der EM im Halbfinal über 400 m Hürden – die Romanshornerin machte es im Vorlauf jedoch spannender als gewollt. Um am Donnerstag Chancen auf einen Finaleinzug zu haben, braucht sie einen Exploit. Anders ist die Situation bei der Bütschwilerin Chiara Scherrer: Von der Steepleläuferin wird der Sprung in den Final erwartet.

Ralf Streule
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Der Thurgauerin Yasmin Giger, hier an der WM in Oregon, gelingt im EM-Vorlauf noch keine Topleistung.

Der Thurgauerin Yasmin Giger, hier an der WM in Oregon, gelingt im EM-Vorlauf noch keine Topleistung.

Simon Ehammer sei Dank: Die Ostschweizer Bilanz an der Leichtathletik-EM in München ist ausgezeichnet, egal was noch passiert. Seine Silbermedaille im Zehnkampf ist im Trockenen, alles Weitere ist aus Ostschweizer Sicht Zugabe.

Die grössten Hoffnungen auf einen weiteren Ostschweizer Spitzenplatz liegen bei Chiara Scherrer. Die Bütschwiler Steepleläuferin startet am Donnerstag um 9.37 Uhr zum Vorlauf – eine Qualifikation für den Final vom Samstagabend wird allgemein erwartet. Mit ihrem Schweizer Rekord von 9:20,28 Minuten am Diamond-League-Meeting in Paris hat sie sich Mitte Juni in Europas Spitze katapultiert. Nur vier EM-Konkurrentinnen waren in diesem Jahr schneller als sie.

Giger gehört im Final zu den Aussenseiterinnen

Mit Yasmin Giger hat sich am Mittwoch zudem eine Thurgauerin für weitere Auftritte empfohlen. Über 400 m Hürden schaffte es die 22-Jährige in den Halbfinal, dies jedoch nicht ohne Zittern. Lange Zeit lief sie in ihrem Vorlauf zurückhaltend, zweimal geriet sie vor einer Hürde aus dem Rhythmus. Trotz dieser Rumpler und dank eines Steigerungslaufs schaffte sie es in 56,69 Sekunden doch noch auf Platz zwei.

Im Halbfinal vom Donnerstagmittag wird die Aufgabe ungleich schwieriger. Europas Topläuferinnen des Jahres blieb die Qualifikation über die Vorläufe erspart. Doch auch Giger hat Steigerungspotenzial. An der WM vor wenigen Wochen in Eugene lief sie im Halbfinal fast eine Sekunde schneller. Will sie sich für den EM-Final qualifizieren, muss sie aber wohl ihre persönliche Bestzeit von 55,25 Sekunden unterbieten.

Mathieu Jaquet scheiterte am Dienstag nur knapp

Die Ostschweizer EM-Übersicht ist damit nicht fertig: Zwei Thurgauer haben ihren Einsatz bereits hinter sich. Der eine ist der Marathonläufer Patrik Wägeli, der das Rennen vom Montag auf dem 37. Rang beendete. Ein anderer hatte am Dienstag den EM-Halbfinal über 110 m Hürden nur knapp verpasst: Mathieu Jaquet, der Hürdenläufer aus Frauenfeld, der erst kürzlich in La Chaux-de-Fonds mit 13,48 Sekunden die EM-Limite geschafft hatte. In München lief er in 13,91 Sekunden ins Ziel – ihm fehlten drei Hundertstelsekunden zum Halbfinaleinzug.

Weiter ist offen, ob die St.Gallerin Salomé Kora in der Sprintstaffel an den Start gehen darf.