Lehrreicher Wermutstropfen

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Handball Im zweiten Test gegen Weissrussland entglitt dem Schweizer Handball-Nationalteam in den letzten 47 Sekunden eine Zweitoreführung. Beim 31:31 gegen den WM-Teilnehmer hinterliess Michael Suters Equipe gleichwohl einen vielversprechenden Eindruck. So hielt sich auch der Ärger des Nationaltrainers nach dem Spiel in Grenzen: «Aus solchen Sequenzen können junge Spieler immer etwas mitnehmen. Vielleicht ist es für die Entwicklung der Mannschaft fast besser, wie es am Ende gelaufen ist.» Suter sah in den zwei Spielen gegen Weissrussland – die Schweiz konnte am Samstag mit 32:28 siegen – eine erfrischend aufspielende Mannschaft, die sich auch durch personelle Engpässe nicht aus dem Konzept bringen liess.

Auch ohne Weltklasse-Mittelmann Andy Schmid büsste die Schweiz in der gegnerischen Zone kaum an Durchschlagskraft ein. In der ersten Hälfte der zweiten Partie erreichten sie gar eine auf internationalem Level aussergewöhnliche Angriffseffizienz von 83 Prozent. «In vielen Momenten näherten wir uns dem Maximum», bilanzierte Suter. «Und das interessiert mich als Trainer am meisten.» Er habe generell auf und neben dem Feld eine ausgesprochene Dynamik ausgemacht. Da müsse mental einiges stimmen, von ungefähr komme eine solche Entwicklung auf dem Parkett nicht. Seine Spielidee sei inzwischen verankert, so Suter: «Jedem ist klar, was zu spielen ist. Sonst wäre eine solche Leistung bei so vielen Abwesenden gar nicht möglich.»

«Jeder kommt gerne in die Nationalmannschaft»

Seit Suters Einstand im vergangenen Juni hat sich eine Gruppe gebildet, die weniger von einzelnen Figuren abhängt und von der Konkurrenz entsprechend schwieriger zu berechnen ist. «Da wächst etwas zusammen», sagt der Trainer sieben Wochen vor der Fortsetzung der EM-Ausscheidung. «Jeder kommt gerne in die Nationalmannschaft.» Auch Schmid fühlt sich im Umfeld der aufstrebenden Talente wohl. Die Winnermentalität ist für den Regisseur deutlich erkennbar: «Wir machen 60 Minuten lang Tempo, das ist eine neue Art und Weise.» (sda)