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LANGLAUF: Frust über ein Diplom

Nathalie von Siebenthal holte in ihrem zweiten Olympiarennen ihr zweites Diplom. Über ihren sechsten Platz über 10 km Skating mochte sie sich aber nicht so recht freuen.
Marcel Hauck (sda), Pyeongchang
Nathalie von Siebenthal auf dem Weg zu Platz sechs. (Bild: Matthias Hangst/Getty (Pyeongchang, 15. Februar 2018))

Nathalie von Siebenthal auf dem Weg zu Platz sechs. (Bild: Matthias Hangst/Getty (Pyeongchang, 15. Februar 2018))

Marcel Hauck (SDA), Pyeongchang

Direkt nach dem Rennen konnte Nathalie von Siebenthal ihren Frust über den zweiten 6. Platz in Pyeongchang kaum verbergen. «Was machen wir eigentlich hier?», fragte sie angesichts der Toplangläuferinnen aus dem ­hohen Norden. Die 24-jährige Bernerin hatte eine starke Leistung abgeliefert, verpasste aber letztlich eine Medaille mit knapp 18 Sekunden Rückstand auf den geteilten 3. Platz von Marit Björgen und Krista Pärmäkoski relativ deutlich.

Auch mit etwas Abstand bekundete von Siebenthal Mühe, ihre Leistung einzuordnen. «Es war von A bis Z ein gutes Rennen», stellte sie nüchtern fest. «Einfach das Resultat; ich hatte schon gehofft, dass es etwas weiter nach vorne geht.» Dafür hätten aber die Favoritinnen vor ihr schwächeln müssen. Von Siebenthal kam als Zweite der Topläuferinnen im Wettkampf mit Einzelstart ins Ziel. «Da dachte ich kurz, heute liege etwas drin. Aber das war schnell vorbei.»

In einem Anflug von Resignation meinte sie später: «Nach vorne fehlt recht viel. Das sind halt die grossen Dominatorinnen, und das wird wahrscheinlich immer so bleiben.» Dabei wurde das Rennen von einem neuen Namen gewonnen – Ragnhild Haga, aber eben doch wieder von einer Norwegerin. Dahinter folgten die Skiathlon-Triumphatorin Charlotte Kalla aus Schweden und die zeitgleichen Björgen und Pärmäkoski. Der Frust über einen 6. Olympia-Platz zeigt aber auch, wie sehr sich von Siebenthal in der erweiterten Weltspitze etabliert hat. Doch sie will mehr – und wird ­dafür noch mehr unternehmen. Gemäss Swiss-Ski-Trainer Peter von Allmen sollte dies auch möglich sein. «Nathalie ist noch jung und hat sehr grosses Potenzial», betonte er. Dann bemühte er den berühmten Spruch: «Drannebliibe, drannebliibe, drannebliibe!» Dann gehe es in vier Jahren drei Plätze weiter nach vorne. Zwar ist die zierliche und feingliedrige Athletin gegenüber den kräftigeren Frauen vor allem beim Doppelstock-Einsatz tatsächlich im Nachteil, doch mit ihrem Ehrgeiz ist ihr ein weiterer Schritt nach vorne in absehbarer Zeit absolut zuzutrauen.

Und mit ihren 24 Jahren ist von Siebenthal die Jüngste in den Top 6. Die 37-jährige Björgen baute mit ihrer 12. Medaille (6 goldene) ihre Position als erfolgreichste weibliche Wintersportlerin bei Olympischen Spielen weiter aus und schloss zu Landsmann Björn Dählie auf. Vor ihr liegt einzig noch Biathlet Ole Einar Björndalen mit 13 Medaillen (8-mal Gold). Mit der norwegischen Staffel und über 30 km klassisch erhält sie zwei weitere Chancen auf Edelmetall. Die bronzene Auszeichnung hing gestern aber an einem seidenen Faden. Björgen war genau gleich schnell wie die Finnin Krista Pärmäkoski.

Der Sieg im Alpensia Centre ging überraschend an Ragnhild Haga, die zuvor konstant Spitzenplätze belegt, aber nur ein Weltcuprennen für sich entschieden hatte. So waren am Ende vier Läuferinnen froh über eine Medaille. Von Siebenthal aber nicht so richtig über ihr Diplom.

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