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LANGLAUF: Colognas Stunde der Wahrheit

In seinem zweiten Olympiarennen, diesmal über 15 km Skating, muss Dario Cologna seine Karten auf den Tisch legen. Waren die leeren Beine im Skiathlon nur einem schlechten Tag geschuldet?

Nach dem 6. Rang im Skiathlon am Sonntag wirkte Dario Colo­gna etwas ratlos. Er habe leere Beine gehabt. Warum das so war, wusste er nicht. Nach fünf Tagen Pause folgt morgen die Nagelprobe. Die 15 km sind so etwas wie Colognas Spezialität.

Sowohl in Vancouver 2010 als auch in Sotschi vier Jahre später triumphierte er auf dieser tra­ditionellen Distanz. Er hat in Pyeongchang die Chance, als erster Langläufer überhaupt, männlich oder weiblich, die gleiche Disziplin dreimal in Folge zu gewinnen. Selbst die grossen Norweger Björn Dählie und Marit Björgen scheiterten bei diesem ambitionierten Unterfangen. Dählie gewann die Verfolgung 1992 und 1994, wurde aber 1998 hinter Landsmann Thomas Alsgaard Zweiter. Und Björgen verpasste das Triple im Skiathlon am letzten Samstag durch einen 2. Platz hinter Charlotte Kalla.

Weniger arktische Temperaturen

Cologna gehört also mit Bestimmtheit zu den ersten Medaillenanwärtern. Der etwas zwiespältige Eindruck vom Skiathlon muss auch nicht zwingend die Alarmglocken läuten lassen. Der Saisondominator Johannes Hösflot Klaebo (10.) wurde da noch deutlicher geschlagen und schlug am Dienstag mit dem überlegenen Sieg im Sprint eindrücklich zurück. Für Cologna spricht, dass die Temperatur morgen um den Gefrierpunkt – und damit bei für Langläufer komfortablen Bedingungen – liegen sollte. Der 31-jährige Bündner äusserte nach dem Skiathlon die Vermutung, dass die arktischen Temperaturen ihn mehr Energie gekostet haben könnten als erwartet. Zudem ist im Rennen mit Intervallstart eine Teamtaktik, wie sie die Norweger im Skiathlon in Perfektion durchexerziert hatten, nicht möglich. Es zählt einzig der Motor und die eigene Leistungsfähigkeit – und die ist bei Cologna bekanntlich fast unbegrenzt.

Er glaubt, dass seine Form nach wie vor stimmt. Die leisen Zweifel rühren allenfalls von der Vergangenheit her. In den Jahren 2009 und 2011, als er ebenfalls die Tour de Ski gewann, ging Cologna an den folgenden Weltmeisterschaften leer aus. 2012 gab es keine Titelkämpfe. Er hat also noch nie in der gleichen Saison die Tour de Ski und eine Medaille bei einem Grossanlass gewonnen.

Es fällt auch auf, dass die bisherigen vier Olympiasieger – Simen Hegstad Krüger, Klaebo, Charlotte Kalla und Stina Nilsson – allesamt die Tour de Ski ausliessen und sich voll und ganz auf Olympia konzentrierten. Das muss allerdings nicht viel heissen, denn die übrigen Medaillengewinner der letzten Tage waren beim Mehretappenrennen mehr oder weniger erfolgreich dabei. Gerade im Skiathlon wäre der Tour-Zweite Martin Johnsrud Sundby wohl der stärkste Läufer gewesen. Er musste aber zu Gunsten des enteilten Krüger zurückstecken und sich mit Silber begnügen.

Die Stunde der Wahrheit schlägt für Cologna morgen um 7 Uhr Schweizer Zeit. Spätestens dann wird er wissen, ob der Formaufbau richtig war. (sda)

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