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LANGLAUF: Ausgebucht

Der Engadiner findet morgen zum 50. Mal statt. Der Volkslauf fasziniert die Massen. Die Geschichte eines Phänomens.
Jörg Greb
538 177 Personen haben bisher am Engadiner teilgenommen. (Bild: Arno Balzarini/KEY)

538 177 Personen haben bisher am Engadiner teilgenommen. (Bild: Arno Balzarini/KEY)

Jörg Greb

«Der Engadin Skimarathon – das mag etwas sein für die Volkssportler, aber nichts für uns Leistungssportler», erinnerte sich jüngst Albert Giger an seine Empfindungen vor der Premiere 1969. Der St. Moritzer änderte seine Meinung schnell. Bereits bei der dritten Ausgabe und ein Jahr vor seinem grössten Triumph, der Olympia-Bronzemedaille mit der Staffel 1972, liess sich Giger als Sieger feiern. Und bis heute ist er als fünffacher Gewinner der Erfolgreichste.

Mit Blick auf die Siegergeschichten von besonderem Gewicht ist die Austragung von 2007. Dario Cologna hiess damals der Gewinner. Der 21-Jährige hatte den italienischen Olympiasieger Pietro Piller Cottrer überspurtet und wurde damit jüngster Marathon-Sieger. Erstmals war Cologna damals landesweit in den Schlagzeilen.

Der Engadin Skimarathon ist auch Zeugnis der Langlauf-Zeitgeschichte. Die Traditionssportart hat sich in diesen 50 Jahren verändert – bezüglich Material und Technik. Die klassische Technik mit Diagonalschritt und Doppelstockstössen ist heute an der Weltspitze zwar nach wie vor relevant, bei den Volksläufen aber nur mehr selten praktiziert. Der Engadiner steht dafür als Beispiel. Mitte der 1980er-Jahre zeigte sich, dass ohne Haftwachs und mit der einseitigen Schlittschuhschritttechnik schneller vorwärtszukommen ist. Die Folge: Die Spuren für die nachfolgende Masse waren weitgehend zerstört. Ab 1987 boten die Organisatoren getrennte Spuren. Zur Entflechtung an den Engpässen massgeblich beigetragen hat der von den Volksläufen her bewährte Blockstart ab 1993 und der Boxenstart seit 2014. «Vor allem die letzte Anpassung hat die Hektik verringert und dazu beigetragen, dass die Teilnehmer zufriedener sind», so Beobachter. Seit 1998, seitdem sich das Ziel in S-chanf befindet, führt der Engadin Skimarathon wirklich über 42 km. Zuvor waren weniger als 40 km zu bewältigen gewesen.

Einzigartige Zahlen

Und da sind die Zahlen. Sie waren stets einzigartig – nicht nur für die Schweiz, sondern für ganz Mitteleuropa. Was mit der Premiere am 16. März 1969 mit 945 Anmeldungen begann, erlebte quantitativ eine eindrückliche Entwicklung. Bei der fünften Austragung waren es bereits 6032, bei der achten 10 226. Und vor dem diesjährigen 50. Engadin Skimarathon ist es zu einer Premiere gekommen. Bereits Mitte Januar hiess es: Ausgebucht. 14 200 Teilnehmer.

Ab der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre hielt das Interesse mehr oder weniger an – mit steigender Tendenz in den vergangenen fünf Austragungen. Der Popularität wenig Abbruch taten witterungsbedingt schwierige Jahre. 1991 musste der Engadiner abgesagt werden – wegen Wassers auf den Seen. 2002 wurden hitzige Diskussionen geführt wegen Schneemangels. Von einer Ersatzstrecke auf den Engadiner Seen und dem Ziel in St. Moritz war die Rede. Dank Schneefalls zehn Tage vor dem Rennen sowie herangeführtem Schnee konnte dieses über die Originalstrecke durchgeführt werden.

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