Kolumne

Lange Nächte mit Roger Federer

Sportredaktor Albert Krütli legt für Roger Federer auch mal Nachtschichten ein, wenn es sein muss.

Albert Krütli
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Albert Krütli

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Jedes Jahr in der letzten Augustwoche und ersten Septemberwoche ist ein Phänomen zu beobachten. In dieser Zeit brennen die Lichter in den Wohnungen zwischen 24 Uhr und 6 Uhr um ein vielfaches häufiger als sonst. Das kurzfris­tige Aufflackern zählt natürlich nicht dazu, denn dabei handelt es sich um Leute, die nur eine notdürftige Sitzung abhalten. Es geht um längere Angelegenheiten – es geht um die Night Sessions beim US Open in New York. Viele Fans stehen mitten in der Nacht auf, vor allem, wenn Roger Federer spielt.

Für solche, die unter Schlafstörungen leiden, ist diese Zeit eine willkommene Gelegenheit, die langen, dunklen Stunden etwas zu verkürzen, denn die Auftritte des Maestros garantieren Spektakel. Bei anderen Sendungen oder Übertragungen schlafen relativ viele TV-Konsumenten regelmässig ein, bei den Partien des Schweizer Superstars sinkt diese Quote praktisch gegen null.

Ja, und dann gibt es noch diejenigen Anhänger von Federer, die der nervlichen Belastung vor dem Fernseher nicht standhalten. Sie schlafen entsprechend unruhig, denn es reizt sie immer wieder, sich trotzdem schnell zu informieren, wie es denn steht. Schliesslich entscheiden sie sich aber für die Aufzeichnung am Morgen – die meisten wohl aber nur, wenn ihr Liebling gewonnen hat. In diesem Fall haben sie nichts zu befürchten und können ruhig und entspannt eine weitere Sternstunde des Tennissports geniessen.

Der Achtelfinal von Federer gegen den Australier John Millman war für Montag um 21 Uhr Ortszeit angesetzt. Aufgrund der Zeitverschiebung mussten sich die Federer-Fans somit am Dienstag um 3 Uhr vor dem TV-Gerät platzieren. Bleibt zu hoffen, dass es in diesem Jahr noch weitere Night Sessions mit dem 20-fachen Grand-Slam-Sieger in der Hauptrolle gibt – oder eben Day Sessions ...