Lang trifft bei GC auf harte Konkurrenz

FUSSBALL. Der Thurgauer Fussballprofi Michael Lang (20) versucht nach dem Abschied von Absteiger St. Gallen nun sein Glück bei den Grasshoppers, obwohl die Zürcher in der Innenverteidigung bereits stark besetzt sind.

Ruedi Stettler
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Michael Lang im GC-Dress. (Bild: gcz)

Michael Lang im GC-Dress. (Bild: gcz)

Fussball. Morgen Samstag wird auf dem GC-Campus in Niederhasli tüchtig gefeiert, steht doch das 125-Jahr-Jubiläum der Fussballer an. Auf dem Programm des einstigen Renommiervereins steht nicht nur ein grosses Turnier der Fans, sondern ab 19.00 Uhr auch das Freundschaftsspiel des Grasshopper Clubs gegen den Bundesligisten Hertha Berlin. Mittendrin in diesem Trubel wird auch der Egnacher Michael Lang sein. Er freut sich ganz besonders auf diese Feierlichkeiten: «Das wird sicher lässig, und so werde ich meinen neuen Verein etwas besser kennenlernen.»

Pendeln geht zu Ende

Seit gut vier Wochen pendelt nun der Ex-St. Galler vom Wohnort seiner Eltern im thurgauischen Egnach während einer guten Stunde pro Fahrt ins «Züribiet». Das hat demnächst ein Ende, denn er hat in Bülach eine Wohnung gefunden. Und es scheint, er ist bereits fest bei GC «angekommen»: «Ja, das ist echt so. Ich fühle mich unheimlich wohl in dieser jungen Truppe. Obwohl wir in der Vorbereitung stets zweimal täglich trainieren, macht diese Schinderei Spass.»

Als Innenverteidiger

Nach langen elf Jahren beim FC St. Gallen warten auf den mittlerweile 20-Jährigen neue Herausforderungen. Der 185 cm grosse und 79 kg schwere Profi weiss, dass er bei GC auf seiner Wunschposition mit Captain Boris Smiljanic und Guillermo Vallori auf äusserst harte Konkurrenz trifft: «Ich gehe davon aus, dass GC mit mir nicht einen Vierjahresvertrag abgeschlossen und gut 300 000 Franken Ablösesumme bezahlt hat, damit ich auf der Bank sitze. In der Innenverteidigung zu spielen liegt mir einfach mehr als der Posten des Aussenverteidigers. Ich kann natürlich auch als der Scheibenwischer und defensives Gewissen im Mittelfeld auflaufen.»

Und da käme er dann dem ehemaligen Bischofszeller und Absolventen der Fussballschule in Bürglen, Amir Abrashi, in die Quere. Lang meint scherzhaft: «Amir muss also aufpassen.»

In den Vorgesprächen mit dem GC-Verantwortlichen Ciriaco Sforza (Trainer) und Mathias Walter (Technischer Leiter) spürte Lang, dass ihn die Zürcher unbedingt engagieren wollten. «Beide haben mir bekräftigt, dass sie mich langfristig auf der Position des Innenverteidigers sehen.» Das ist auch der Platz, den Michael Lang in den letzten sechs Partien mit der Schweizer U20-Nationalmannschaft eingenommen hat.

«Bringt mich weiter»

Der am 8. Februar erst 20 Jahre alt gewordene Egnacher sieht dem harten Konkurrenzkampf extrem gelassen entgegen: «Es ist gut, dass ich nun kräftig beissen muss, das bringt mich in meiner fussballerischen und menschlichen Entwicklung weiter.» Über den etwas abgelegenen GC-Campus findet er nur lobende Worte: «Wir können deshalb besonders in Ruhe arbeiten. Die Plätze sind in einem Superzustand, und wir haben viele Möglichkeiten, auch was Physio oder Wellness betrifft. GC ist im Gegensatz zu St. Gallen noch einmal eine Stufe höher. Einfach topprofessionell.»

Spezieller Match

Dem Match am letzten Samstag in Sirnach gegen seine Ex-Teamkollegen schaute er mit gemischten Gefühlen entgegen: «Das war sehr speziell. Ja, sogar emotional. In solchen Sachen bin ich noch kein Routinier, der Abschied fiel schwer. Ich kenne ja praktisch alle und plötzlich spielst du auf der Gegenseite.» Lang macht eine kurze Verschnaufpause in seinem Redeschwall und schiebt nach: «Aber ich musste diesen Weg unbedingt gehen. Der sportliche Verstand hat sich bei mir durchgesetzt.» Jetzt sind von ihm Taten statt Worte gefordert. Nicht mehr in der Arena, sondern im Zürcher Letzigrund.