Lärm mit Staub, aber kein Wind

Willy Läderach ist erleichtert, im August gehen nun doch Motocross-WM-Rennen in Niederwil (Gachnang) über die Bühne. Der OK-Chef des Anlasses hatte ursprünglich keine Baubewilligung für den rund 1,6 Kilometer langen Kurs erhalten.

Ralf Rüthemann
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Willy Läderach ist erleichtert, im August gehen nun doch Motocross-WM-Rennen in Niederwil (Gachnang) über die Bühne. Der OK-Chef des Anlasses hatte ursprünglich keine Baubewilligung für den rund 1,6 Kilometer langen Kurs erhalten. Für eine provisorische Piste reicht es nun aber doch, Läderach hat eine einmalige Veranstaltungsbewilligung in Händen. Laut Willy Läderach sind über das Rennwochenende heute schon alle Hotels im Umkreis von 50 Kilometern ausgebucht. Dann wird Anfang August also auch in der Stadt Zürich in jeder Ecke ein Motocross-Fan lauern?

Wie dem auch sei, ein grosser Anlass wird es allemal. So gross, dass das Rennen in 60 Ländern übertragen wird und vielleicht auch ein Mexikaner vor dem Fernseher das Wort «Niederwil» auszusprechen versucht. Ob das dem kantonalen Amt für Umwelt bei der Bewilligungsverweigerung wohl bewusst war? Spielt zwar keine Rolle, denn Gesetz ist Gesetz und landwirtschaftlicher Boden ist landwirtschaftlicher Boden.

Auch den Anwohnern war das Projekt nicht geheuer. Ähnlich wie einige Hinterthurgauer befürchteten sie Lärm. Einfach noch etwas schlimmer, nämlich Lärm mit Staub. Jetzt müssen sie sich nur am Rennwochenende ärgern und sind die Emissionen bald wieder los. Zum Glück sind es Motorräder und keine Helikopter, sonst müssten sie auch noch mit unerwünschtem Wind von Rotorblättern rechnen.

ralf.ruethemann@ thurgauerzeitung.ch

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