Kunstschaffende gehen in die Klassen

KREUZLINGEN. Grosser Auftritt für 2500 Schüler aller Stufen an der Internationalen Musischen Tagung in Kreuzlingen. Manche haben sich mit Künstlern und Kunstvermittlerinnen vorbereitet. Wie gut das funktioniert hat, erklärt Projektleiter – und Künstler – Xaver Dahinden.

Dieter Langhart
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Einer der 600 frechen Vögel. (Bild: pd)

Einer der 600 frechen Vögel. (Bild: pd)

Über 100 Schulklassen aus dem ganzen Kanton führen an der Internationalen Musischen Tagung (IMTA) musische Elemente aus ihrem Unterricht vor, und die bis zu 5000 Besucher, Lehrkräfte aus dem Bodenseeraum, lassen sich inspirieren (die TZ berichtete). Die meisten Klassen tun dies mit ihrem Lehrer – es gibt aber auch einige, in denen Kunstschaffende aktiv sind.

Eine siebte Klasse in Amriswil etwa hat von Ute Klein gelernt, wie man Farben richtig mischt, und hat sie in ihrem Atelier besucht. Die Frauenfelder Kunstvermittlerin Silvia Peters hat sich mit Beat Oetterlis Klasse im Schulzimmer getroffen und hat mit Originalbildern von Diogo Graf und Philippe Mahler gearbeitet. Und die Kreuzlinger Schulen haben 600 lustige und freche Vögel gebastelt, die in der ganzen Stadt hängen und für die IMTA werben.

Inspiration für Schüler

Xaver Dahinden war Sekundarlehrer in Kreuzlingen und Weinfelden, ist selber Künstler, und für die IMTA setzt er sich als OK-Mitglied und Projektleiter Kunst und Kreativität ein. «Ich wollte Künstler in die Schule holen», sagt er, «damit sich die Schüler mit ihnen austauschen können.»

Er klopfte bei der neuen Fachstelle «Kunst und Schule» des Kulturamts an – das Ergebnis ist ein gutes Dutzend Ausstellungen und Workshops. Dahinden und Franziska Stöckli von Timeout Frauenfeld schrieben direkt Künstler an: Autoren und Musikerinnen, Bildhauer und Malerinnen.

Fruchtbar für beide Seiten

Sie sind fündig geworden, haben aber auch Absagen erhalten, und einige wenige Kunstschaffende haben gar nicht reagiert. Vermutlich seien es manche Künstler nicht gewohnt, mit Schülern zu arbeiten, sagt Xaver Dahinden, «doch dann müssten sie es erst wagen, denn beide Seiten werden befruchtet». Ihm war es auch wichtig, dass die Künstler nicht umsonst arbeiten; sie erhalten zwei bis drei Tagessätze für ihre Mitarbeit.

So setzt die Kinder- und Jugendbuchautorin Brigitte Schär ihre Texte schauspielerisch um; das Puppentheater Wohlgensinger/Gasser arbeitet mit einer Basisstufe; Theaterfotografin Tine Edel bereitet mit Drittklässlern spezielle Fotografien vor; Bildhauer Gabriel Mazenauer bietet einen Workshop im Freien an; der Bürgler Zeichner und Illustrator Johnny Ulrich gibt am Flipchart schnelle, laute, präzise Zeichenkurse.

Aktive Institutionen

Auch Institutionen machen mit: Brigitt Näpflin, Vermittlerin am Kunstmuseum Thurgau, holt «Krüsi aus dem Koffer»; das Museum Rosenegg präsentiert Bildbetrachtungen; Richard Tisserand vom Kunstraum Kreuzlingen zeigt ein Projekt mit der Steiner Schule; die PHTG stellt einen Literaturautomaten auf.

Zur IMTA gehört nicht zuletzt der Wettbewerb «Vom Apfelharass zur Zauberkiste», in dem Schulklassen aus Obstharassen Möbel, Skulpturen und Phantasiewelten entstehen liessen.

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