KULTUR IN DER REGION

Poesie und Abgründe KREUZLINGEN. Die Pianistin Vera Kappeler und der Schlagzeuger und Perkussionist Peter Conradin Zumthor bilden eines der eigenwilligsten Duos, das zur Zeit zu hören ist.

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Das kleine Mütterchen, um 1888. (Bild: Albert Anker)

Das kleine Mütterchen, um 1888. (Bild: Albert Anker)

Poesie und Abgründe

KREUZLINGEN. Die Pianistin Vera Kappeler und der Schlagzeuger und Perkussionist Peter Conradin Zumthor bilden eines der eigenwilligsten Duos, das zur Zeit zu hören ist. Zwei Musiker, die trotz ihrer Nähe zum zeitgenössischen Jazz ihr Sensorium für Klänge und Stimmungen noch viel weiter dehnen. «Eigene Songs, Balladen, Melancholie, einfaches eigenartiges Zeux, vier Viertel, Rummelplatz, Präriegeist, Herz», lautet eine Selbstbeschreibung auf SMS. Mit der Babylonsuite beschliesst das Duo die Reihe Manthan.west des Forums andere Musik.

Fr, 22.3., 20.15, PHTG, Lichthof; Reservation nötig: look@forumanderemusik.ch Phantasie und Metamorphose

KONSTANZ. Die Südwestdeutsche Philharmonie spielt Max Bruchs «Schottische Phantasie für Violine und Orchester» als Hauptwerk (Solistin ist Carolin Widmann) sowie Richard Strauss‘ «Metamorphosen» und das Vorspiel zu Wagners «Parsifal».

Fr, 22.3., 19.00, Konzil; Werkeinführung 18.00, Speichersaal Aug und Ohr

ST. GALLEN. Die siebente Nachtschicht im Kunstmuseum ist gedacht für Freunde internationaler Lichtkunst, denn neben coolen Beats sorgen die farbigen Kunstwerke Dan Flavins und die Künstlerin Siegrun Appelt, die ihre Arbeiten im Gespräch und anhand einer aussergewöhnlichen neuen Edition vorstellt, für einen Augen- und Ohrenschmaus.

Fr, 22.3., 20.00–01.00 Licht und Schatten

KREUZLINGEN. Unter Federführung der Stadtharmonie Kreuzlingen wird das Musical «Saga Tenebra» an sechs Abenden mit rund 170 Mitwirkenden aufgeführt. Sieben professionelle Musicaldarsteller, der Chor Amazonas, ein Chor der PMS, Schauspieler und die Stadtharmonie Kreuzlingen entführen das Publikum in die dunkle Zeit der Inquisition und der Hexenverbrennung. Das Leben der Elisabeth de Grutere bildet ein eindrückliches Schauspiel über Liebe, Leidenschaft und Eifersucht.

Fr–So, 22.–24.3., Di–Do, 26.–28.3., 20.00, Dreispitz Anker und Realismus

SCHAFFHAUSEN. Albert Anker (1831–1910) gilt als prominenter Vertreter des Realismus in der Schweiz. Seine bezaubernden Motive fand er im idyllischen Heimatdorf Ins, seine Kundschaft in der Metropole Paris. Die Ausstellung zeigt Ankers Schaffen im Kontext des damaligen Kunstbetriebs. Worin unterscheidet er sich von seinen Zeitgenossen? Welche Position nimmt er in der Realismusdebatte ein? Und was ist an Ankers Gemälden modern?

22.3.–1.9., Museum zu Allerheiligen Pop und Poesie

SIRNACH. «Innerorts» ist Manuel Stahlbergers erstes Soloprogramm, mit neuen Liedern, tonlosen Liedentwürfen, Kabarett, und älteren Hits. Seine verschachtelt gereimte Poesie unterlegt Stahlberger mit kleinen musikalischen Gesten und grossem Pop.

Fr, 22.3., 20.15, Löwen Thomaten und Beeren

FRAUENFELD. Mit ihrem zweiten Album «Strahlen der Liebe» sind Thomaten und Beeren zu Gast in der Galerie Stefan Rutishauser. Ihre Musik klingt deutlich ausgefeilter, doch das Handgestrickte haben sie sich erhalten. Man hört den Musikern das viele Livespielen an, das Klangbild ist vielfältiger geworden. Da sind vernebelte und verzerrte Gitarren, verhallte Stimmen, schlurfendes Schlagzeug, Synthesizerflächen und viele Effekte. Thomaten und Beeren singen von Robotern, die lieben können, vom Glück mit nackten Frauen, und sie packen den Beziehungsalltag in kompakte Sätze.

Fr, 22.3., 21.00, Marktstrasse 6 Möglich und machbar

STEIN AM RHEIN. Ältere Damen sind sie beide. Ausstehen können sie sich nicht. Doch früher hat es ja auch geklappt mit dem Bühnenerfolg. Warum soll das jetzt nicht möglich sein? Jennifer und Olga sind schliesslich Profis. Und sie planen ein Comeback. So werden Stimm- und Kreuzbänder einer harten Zerreissprobe unterzogen. Was machbar ist, ist möglich, was nicht machbar ist, wird möglich gemacht. «Comeback» ist ein irrwitziger Abend um Geld, Erfolg und ein verstecktes Verbrechen.

Fr–So, 22.–24.3., 20.00, Schwanen Frau und Habenichts

KONSTANZ. Gilgi ist eine junge strebsame Frau, die weiterkommen will. Sie lässt sich nicht aus dem Tritt bringen, nicht einmal von erschreckenden Enthüllungen. Doch dann lernt sie Martin kennen, den Bummler, Tagedieb und Habenichts – das genaue Gegenteil von Gilgi. Sie verliebt sich Hals über Kopf und verliert dabei den Boden unter den Füssen. Erst die Begegnung mit einem verlorenen Freund bringt sie wieder zu sich selbst zurück. Unter Tom Keymers Regie spielt Nicole Hallschmid-Keymer «Gilgi», ein Theaterstück nach dem Buch von Irmgard Keun (1931).

Fr, 22.3., 20.00, Niederburg Ferne und Heimat

AMRISWIL. Shirley Grimes verliess vor fast 20 Jahren ihre Heimat Irland. Trotzdem hat sie ihren musikalischen Wurzeln nie den Rücken gekehrt und singt Irish Folk als Mischung von aktueller und traditioneller Musik. Für «The Long Road Home» hat sie ihre Band mit dabei: Veronika Stalder, Stefanie Aeschlimann, Wolfgang Zwiauer und Samuel Baur.

Fr, 22.3., 20.15, Kulturforum; Vorverkauf: UBS, Cartonage oder tickets@kulturforum-amriswil.ch Protest und Demut

WINTERTHUR. Die Welt wird immer kleiner, ihre Widersprüche immer unausweichlicher. Denn noch immer leben die einen im Überfluss und die anderen von nichts. Und mit Afrika träumt ein ganzer Kontinent vom besseren Leben in Europa. Was aber bedeutet das Gefälle zwischen Arm und Reich und die Migration, die es auslöst, ganz konkret für mich, mein Denken, Fühlen und Handeln? Ein ernstes Thema, zweifellos – doch wie damit umgehen? Die vier Menschen in Gerhard Meisters Stück «In meinem Hals steckt eine Weltkugel» zappeln in ihren Widersprüchen, komisch und tragisch zugleich. Sie pendeln zwischen Mitgefühl und Eigennutz, Engagement und Resignation, Protest und Demut. Und spiegeln uns, die wir täglich den zahllosen Informationen zu diesem Thema ausgesetzt sind. Es gibt noch Karten für die letzten Vorstellungen.

Fr–So, 22.–24.3., 20.30 (So 17.30), Kellertheater Neumünster und Nicaragua

ZÜRICH. Das Ostschweizer Trio Artemis gibt morgen ein Benefizkonzert. Mit dem Reinerlös unterstützt es das Schweizerische Hilfswerk Amigos Nicas, das Kindern in Nicaragua hilft.

Sa, 23.3., 19.30, Kirche Neumünster www.trioartemis.ch, www.amigosnicas.org

Shirley Grimes (Bild: pd/Mark Nolan)

Shirley Grimes (Bild: pd/Mark Nolan)

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