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«Kugel-Werni» hat nicht an Jubiläum gedacht

Lange Jahre war der Thurgauer Werner Günthör eine bekannte Grösse in der internationalen Kugelstoss-Szene. Beim Meeting im Zürcher Letzigrund wurde er fünfmal als Sieger bejubelt. Bei «Weltklasse im Zürcher Hauptbahnhof» sass der mittlerweile 51-Jährige auf der Tribüne.
Ruedi Stettler/Zürich

LEICHTATHLETIK. Bereits zum drittenmal traten die Kugelstösser einen Tag vor dem eigentlichen Meeting «Weltklasse Zürich» im Hauptbahnhof in Aktion. Und der stimmungsvolle Anlass vor vollbesetzten Tribünen brachte hervorragende Leistungen. Der Amerikaner Reese Hoffa, Olympia-Dritter in London, stiess die 7,26 Kilo schwere Kugel mit 21,64 Meter am weitesten. Er bekam dafür einen Siegercheck von 10 000 Dollar und noch zusätzlich 40 000 Dollar für den Triumph in der Diamond Race, dessen Final eben in Zürich stattfand.

Auf der Tribüne sass auch Werner Günthör, und zwar zwischen seinem ehemaligen Trainer Jean-Pierre Egger und «Altmeister» Edi Hubacher. Und er freute sich mit dem 35jährigen Amerikaner: «Das ist wirklich ein super cooler Typ, der genau weiss, wie er das Publikum begeistern kann.»

Erkleckliche Weiten

Das konnte zu seinen Glanzzeiten auch der Uttwiler Günthör. Seinetwegen wurde das Kugelstossen in Zürich immer wieder zu einem Highlight. Unvergessen sind seine fünf Erfolge. 1987 mit sagenhaften 22,25 Metern, 1989 mit 21,83, 1991 mit 20,99, 1992 mit 20,55 und 1993 mit 21,49. Das alles ist längst in Vergessenheit geraten.

Ganz offensichtlich auch ein Günthör-Jubiläum. Auf der Presse-Tribüne blätterte der langjährige Chefredaktor der Sportinformation Zürich, Peter A. Frei, in seinen Unterlagen und stellte fest: «Heute vor genau 25 Jahren ist Werner Günthör in Rom erstmals Weltmeister geworden.» Als der Thurgauer wenig später darauf angesprochen wurde, runzelte er kurz die Stirn: «29. August. Ja das stimmt, hatte ich nicht mehr präsent.» Also gibt es keine Feier? «Nein, ist nichts geplant.»

Geplant war schon länger, dass Günthör bei «Weltklasse Zürich» im Letzigrund dabei ist. Am Mittwoch raste er mit dem Motorrad aus Erlach zum Termin im Hauptbahnhof, gestern nahm er das Auto, seine Frau Nadja kam mit.

Adams Liebling der Fans

Eindeutig der Superstar im Hauptbahnhof und Publikumsliebling war Valerie Adams. Die Neuseeländerin setzte sich mit 20,81 Meter klar vor Michelle Carter (USA/19,25) durch. Die nachträglich zur Olympiasiegerin (die Gewinnerin aus Russland war gedopt) erklärte Powerfrau feierte damit ihren 29. Sieg hintereinander und freute sich ausgelassen.

Bei der Entgegennahme der Trophäe sagte die 193 cm grosse und 120 kg schwere Athletin sogar auf Schweizerdeutsch: «Danke vilmol.» Hat sie das in Magglingen – wo sie seit längerem lebt – bei ihren beiden Trainern Egger und Günthör gelernt? Der Thurgauer dazu: «Ja, wir bringen ihr so kleine Sachen bei.» Schelmisch lachend fügte er an: «Oh, du min Sunneschi», sagt sie mehrmals täglich. Sie spricht auch gut französisch.»

Beigebracht wird ihr hoch über dem Bielersee auch das solide Training. Günthör hat für die Neuseeländerin viel Lob übrig: «Sie arbeitet wirklich hart. Ihre Erfolge kommen nicht von ungefähr.»

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