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Kündigungswelle am «Allerheiligen»

Seit einem Jahr ist Peter Jezler als Direktor am Schaffhauser Museum zu Allerheiligen im Amt, und schon nehmen der langjährige Kurator der Kunstabteilung Markus Stegmann sowie fünf weitere Mitarbeitende den Hut.
Ursula Litmanowitsch
Personeller Knatsch im wichtigen Schaffhauser Mehrspartenmuseum. (Bild: Ursula Litmanowitsch)

Personeller Knatsch im wichtigen Schaffhauser Mehrspartenmuseum. (Bild: Ursula Litmanowitsch)

SCHAFFHAUSEN. «Das Museum erfindet sich neu.» Dieser Slogan sollte eigentlich für bauliche Veränderungen und Neukonzeptionen am Schaffhauser Museum zu Allerheiligen stehen. Nun wird er unfreiwillig zur Maxime über einen Knatsch, der schweizweit für Beachtung sorgt. Und damit ist das «Allerheiligen» am Jahresende 2011 genau dort, wo es der ehemalige Kulturreferent und jetzige Stadtpräsident Thomas Feurer schon immer gerne haben wollte: in den nationalen Schlagzeilen, allerdings in den negativen.

Grosse Besorgnis

Denn kurz vor Weihnachten schneite es eine dicke Bescherung. In einem offenen Brief an den Schaffhauser Stadtpräsidenten und den Direktor des Museums gab die «Vereinigung Schweizer Institutionen für zeitgenössische Kunst» ihrem Unmut und der grossen Besorgnis über den geschlossenen Rücktritt der Mitarbeitenden in der Kunstabteilung Ausdruck. Ab April 2012 wird die Kunstabteilung verwaist sein. Gleichzeitig würdigte die Vereinigung, der alle renommierten zeitgenössischen Kunstmuseen angehören, die herausragenden Verdienste von Markus Stegmann, unter dessen Leitung eben diese Kunstabteilung die höchsten Besucherzahlen aller Abteilungen generierte und eine Strahlkraft weit über die Region hinaus bewirkte. Angesichts der Veränderungen blicke man mit Sorge in die Zukunft, heisst es im Schreiben weiter.

Wirtschaftlichkeit zählt

Verändert werden soll die gesamte Ausrichtung des Museums. Direktor Peter Jezler ist der Meinung, dass es «neben Ausstellungen mit wenigen Besuchern» aus wirtschaftlichen Gründen auch solche brauche, welche viel Publikum anziehen. Dies bedeutet insgesamt eine Reduktion der Ausstellungen.

Für Markus Stegmann ein unhaltbarer Zustand, der ihn zur Kündigung bewog, denn «mit einer oder zwei Ausstellungen pro Jahr sind wir einfach nicht mehr relevant für das Publikum und auch nicht für die Medien ausserhalb von Schaffhausen.» Stadtpräsident und Museumsdirektor stellen dies in Abrede. Die Kunstabteilung werde in Zukunft genügend Ressourcen erhalten und zumindest auch räumlich nicht eingeengt werden. Den Weggang von Stegmann kommentiert Jezler: «Ich sehe keinen Untergang des Abendlandes – im Gegenteil.»

In Schaffhausen wie in Bern?

Jezler, der während seiner Berner Direktionszeit am Historischen Museum «Einstein» und «Karl den Grossen» aufleben liess und mit «Jungfrau, Hofer und Ragusa» den Lieblingen der Schweiz huldigte, erhielt zwar für jene Verdienste die Ehrendoktorwürde, aber sein Abgang in Bern verlief ziemlich geräuschvoll. Franz von Graffenried, der in der Aufsichtskommission sitzt, nannte explizit personelle Spannungen mit Jezler.

Ob Jezlers Vorhaben, in Schaffhausen ähnliche kulturhistorische Ausstellungen wie in Bern durchzuführen, gelingen werde, wird in Museumskreisen bezweifelt. Dies auch aus dem Grunde, weil diese kostenaufwendig und personalintensiv sind.

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