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KRISE: Wieder schrillen die Alarmglocken

Der radikal veränderte FC St. Gallen dominiert die Young Boys während einer Stunde, verkraftet aber den Platzverweis gegen Toko nicht und verliert mit 0:2. Wie schon vor einem Jahr wartet ein heisser Frühling.
Patricia Loher
Sejad Salihovic ist lange treibende Kraft, erhält dann aber einen Schlag auf den Oberschenkel. (Bild: Ralph Ribi)

Sejad Salihovic ist lange treibende Kraft, erhält dann aber einen Schlag auf den Oberschenkel. (Bild: Ralph Ribi)

Patricia Loher

Es war, als setzte Joe Zinnbauer alles auf eine Karte. Es schien, als habe er nichts mehr zu verlieren in St. Gallen. Der Deutsche verbannte mit Goalie Daniel Lopar einen seiner konstantesten Spieler auf die Ersatzbank. Ihm folgen musste Tranquillo Barnetta, der zuletzt, wie so viele andere auch in diesem Team, nicht überzeugt hatte. Nach vier Niederlagen in Folge veränderte Zinnbauer die Mannschaft auf sechs Positionen.

Allein, nach 90 Minuten nützte es keinem, dass die St. Galler während einer Stunde ein ­Lebenszeichen von sich gegeben und erfrischend aufgespielt hatten, dass Goalie Dejan Stojanovic einen sicheren Eindruck hinterlassen hatte und Barnetta-Ersatz Sejad Salihovic bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung St. Gallens bester Spieler war. Denn am Ende stand es 0:2. St. Gallen hatte in der ersten Halbzeit zu viele gute Chancen ausgelassen, und als Knackpunkt erwies sich der Platzverweis gegen Captain Toko, der nach zwei überharten Fouls in der 60. Minute mit der gelb-roten Karte vom Feld musste. So trafen die Young Boys in den letzten fünf Minuten durch den eingewechselten Alexander Gerndt zweimal.

Ist es fahrlässig, nicht zu handeln?

Also spitzt sich die Lage in St. Gallen wie schon vor einem Jahr wieder besorgniserregend zu. Die Ostschweizer, vor fünf Runden noch auf dem fünften Rang klassiert, belegen nach der fünften Niederlage in Folge Platz acht, und ihr Vorsprung auf das letztklassierte Vaduz ist auf fünf Punkte geschrumpft. Die Leistung von gestern gegen lange harmlose Young Boys – die Berner hatten zuvor gegen die Grasshoppers und Lugano verloren – war zwar nicht hoffnungslos, St. Gallen liess einen guten Spielaufbau erkennen und überzeugte auch wieder einmal mit gelungenen Aktionen über drei, vier Stationen. Hätte Albian Ajeti in der sechsten Minute nicht nur die Latte getroffen, wäre das Spiel vielleicht anders verlaufen. Trotz allem: Die kommenden Spiele in Lausanne, zu Hause gegen Vaduz und in Lugano verbreiten mehr Nervosität denn Zuversicht. Der Trainer jedenfalls sah sich wie schon vor einer Woche mit «Zinnbauer raus»-Rufen konfrontiert. Die Lage ist in der Tat gefährlich. Unterdessen müssen sich Präsident Dölf Früh, Sportchef Christian Stübi und auch der Verwaltungsrat ernsthaft die Frage gefallen lassen, ob es in dieser heiklen Situation nicht sogar fahrlässig ist, nicht zu handeln. Denn vor einem Jahr schon war St. Gallen gleich weit wie jetzt: in Abstiegsgefahr. Unterdessen sind die Ostschweizer seit sieben Spielen ohne Sieg. Zinnbauer sagte, gegen die Young Boys habe man gesehen, dass «die Mannschaft für uns und nicht gegen uns spielt». Man müsse nun gegen Lausanne und Vaduz «alles klar- machen».

Noch ist ungewiss, ob in den kommenden Wochen Stojanovic weiterhin St. Gallens Nummer eins sein wird. Man werde sich beraten, sagte Zinnbauer. «Mein Entscheid, auf Stojanovic und Salihovic zu setzen, hatte nichts mit den Leistungen von Lopar und Barnetta zu tun. Ich wollte die Mannschaft kitzeln.» Die zum Teil doch radikalen Veränderungen mochte der Trainer nicht als ein persönliches «Alles-oder-nichts-Spiel» verstanden haben. Und einen Rücktritt schloss er erneut kategorisch aus: «Sonst hätte ich mir diese Medienkonferenz gleich sparen können.»

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