Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

KRISE: Traditionsclub in Schieflage

Die Grasshoppers halten sich als einziger Schweizer Club seit über 60 Jahren in der obersten Liga. So ernst wie derzeit war die Lage des heutigen St. Galler Gegners selten – auch beim Ausrutscher anno 1992 nicht.
Ralf Streule
Die Grasshoppers beschwören den Zusammenhalt vor dem Spiel gegen Lausanne. (Bild: Salvatore di Nolfi/KEY)

Die Grasshoppers beschwören den Zusammenhalt vor dem Spiel gegen Lausanne. (Bild: Salvatore di Nolfi/KEY)

Ralf Streule

Den grössten sportlichen Dämpfer der Saison hatten die Grasshoppers im Winter zu verdauen. Regisseur Kim Källström hielt es nicht mehr in Zürich. Er, der 34-jährige Routinier, wechselte zurück nach Schweden. Der Captain hinterliess ein junges Team, das genau er hätte zusammenhalten sollen – und das seither zusehends auseinanderfällt. Es liegt wohl auch an diesem Abgang, dass die Grasshoppers die grösste sportliche Krise der vergangenen Jahrzehnte durchmachen.

Zwei Punkte haben die Zürcher in den bisher acht Spielen der Rückrunde geholt. Und schaut man sich die Zeitspanne seit Anfang November 2016 an, ist der Favorit des heutigen Spiels zwischen den Grasshoppers und St. Gallen im Letzigrund schnell ausgemacht. Die Ostschweizer belegen in der imaginären Tabelle seit Runde 14 den dritten Rang hinter Basel und den Young Boys. Die Grasshoppers holten in den vergangenen zwölf Runden gerade noch neun Punkte und lassen damit nur Lausanne hinter sich. Der Abstieg droht. Der Trainerwechsel – Carlos Bernegger ersetzte vor einem Monat Pierluigi Tami – wirkt wie ein verzweifelter Hilferuf.

Zehn Schicksalsspiele im Kampf gegen den Abstieg

Ältere Fussballinteressierte fühlen sich an 1992 erinnert, als die Grasshoppers – damals Jahr für Jahr Meisterkandidat – in der Abstiegsrunde landeten, dies trotz Startrainer Leo Beenhakker und Spielern wie Alain Sutter oder Ciriaco Sforza. Immerhin schaffte man damals locker den Ligaerhalt. Deshalb lässt sich sagen: So nahe am Abstieg wie derzeit war der Grasshopper Club in den vergangenen Jahrzehnten nie. Zwei Punkte liegen die Zürcher noch vor Vaduz. Zehn Schicksalsspiele stehen nun an für den Traditionsclub, der sich als einziges Schweizer Team in den vergangenen 65 Jahren in der obersten Liga halten konnte. 1952 schaffte man nach kurzer Zeit der Zweitklassigkeit den Wiederaufstieg – und blieb danach die grösste Konstante im Schweizer Fussball.

Noch schwerer wiegt die finanzielle Situation

Die sportliche Baisse lässt sich wie so oft auf eines zurückführen: auf das fehlende Geld. Verzweifelt wird nach Investoren gesucht, das Vertrauen in den Club scheint aber in den vergangenen Jahren geschwunden zu sein. Ein Geldgeber gab kürzlich in der NZZ desillusioniert folgende Aussage zu Protokoll: «Die Zürcher Bevölkerung scheint nicht an GC interessiert zu sein, es kommen ja keine Zuschauer mehr an unsere Spiele. Für wen also sollen wir das alles noch machen?» Die Grasshoppers klammern sich in ihrer Hoffnung auf die sportliche Wende derzeit nicht nur an Bernegger. Viel mehr noch an Stürmer Munas Dabbur, der leihweise von Salzburg nach Zürich zurückgekehrt ist. Nach fünf Spielen, nur einem Tor und stolzen vier gelben Karten war er beim 0:0 in Lausanne gesperrt. Gegen St. Gallen ist er heute wieder dabei. Den Erfolg hat er – bis jetzt – nicht zurückgebracht.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.