KRISE: Arjen Robben will mitreden

Die holländische Nationalmannschaft hat im ersten Spiel nach der Ära Danny Blind auch gegen Italien verloren. Bei der schwierigen Suche nach einem neuen Trainer möchte auch Hollands Captain Arjen Robben ein gewichtiges Wort mitreden.

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Arjen Robben ist genervt, die ­Krise des holländischen Nationalteams nagt am Bayern-Superstar. Nach der EM 2016 drohen die Holländer auch die WM 2018 in Russland zu verpassen. Also schaltet sich der 33­-Jährige jetzt in die schwierige Suche nach einem Nachfolger für den entlassenen Danny Blind ein. Zu den Kandidaten werden auch Jürgen Klinsmann und Arsène Wenger gezählt. «Ich bin Captain und ­damit erster Ansprechpartner», sagte Robben nach der 1:2-Niederlage im Länderspiel gegen Italien am Dienstag in Amsterdam. Er wünsche sich, gemeinsam mit Wesley Sneijder in den Prozess eingebunden zu werden: «Wir haben viele Trainer und Spieler gesehen. Ich denke, wir haben eine gute Vorstellung davon, wer zu dieser Gruppe passen könnte.» Der Offensivspieler, der gegen Italien wie geplant nicht zum Einsatz kam, will in der ­Misere Verantwortung übernehmen. Seit rund 14 Jahren sind Robben und auch Sneijder bei der Elftal dabei, derzeit erleben sie die wohl schwierigste Phase. In ihrer Qualifikationsgruppe stehen Robben und Co. nur auf Rang vier. Und ein neuer Chefcoach, der Hoffnung auf ein Ende der Misere stiftet, ist noch nicht in Sicht. Louis van Gaal, dessen Name heiss gehandelt wurde, wird wohl nicht zum dritten Mal das Amt übernehmen.

De Boer und Koeman winken dankend ab

Er wäre damit nicht der erste Kandidat, der die Nachfolge des im Zuge der Bulgarien-Pleite entlassenen Blind ablehnt. Auch die holländischen Alt-Internationalen Frank de Boer (vereinslos) und Ronald Koeman (FC Everton) winkten bereits dankend ab, sie ziehen die Arbeit im Verein der Aufgabe im Verband vor. Erfahrung mitbringen würde zweifellos Wenger. Seit 1996 führt der 67-jährige Franzose den FC Ar­senal als Teammanager. Doch Wenger ist längst nicht mehr unumstritten, seine Zukunft an der Themse ist fraglich. In den holländischen Medien taucht sein Name mittlerweile auf. Gleiches gilt für Klinsmann, der schon als deutscher Bundestrainer und als US-­Coach arbeitete. Und damit für den langjährigen Bundesliga­Coach Huub Stevens eine interessante Lösung darstellen könnte. Bis zu den nächsten Länderspielen im Juni will der Verband fündig geworden sein. (sid)