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«Das Jahr in Kriens war das ereignisreichste meiner Karriere»

Wenn der SC Kriens sich am Samstag (20 Uhr) auf dem Brügglifeld mit Aarau duelliert, kommt es zu einem Wiedersehen mit Marco Schneuwly. Der prominenteste Stürmer der Challenge League verzückte einst das Kleinfeld – und hat das bis heute nicht vergessen.
Nicola Berger, Aarau
Marco Schneuwly bestreitet seine 14. Saison als Profi. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus)

Marco Schneuwly bestreitet seine 14. Saison als Profi. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus)

103 Tore hat Marco Schneuwly in der Super League erzielt. Acht Treffer fehlten ihm bis zum Rekord von Marco Streller, dem heutigen Sportchef beim FC Basel. Doch Schneuwly, 33, kehrte der Beletage des Schweizer Fussballs im Sommer den Rücken, er wechselte mit einem Zweijahresvertrag von Sion nach Aarau, wo er auf alte Bekannte traf: den Manager Sandro Burki, mit dem er 2002 die U17-Europameisterschaft gewann, und den Trainer Patrick Rahmen, der beim FC ­Luzern als Assistent von Markus Babbel gewirkt hatte, als Schneuwly dort die vermutlich ­erfolgreichsten Jahre seiner Karriere verlebte.

Nun also Aarau, einer der letzten Horte für Fussballnostalgiker mit dem wunderbar aus der Zeit gefallenen Brügglifeld-Stadion. Schneuwly ist Aaraus Königstransfer, seine Verpflichtung ­hatte im Klub so etwas wie eine ­Euphorie ausgelöst, ehe ein miserabler Saisonstart – 0:2 gegen Servette und 1:3 in Winterthur – diese zerstörte. Dabei hatte der Präsident Alfred Schmid gesagt, der Absatz der Saisonabonnemente habe sich nach Bekanntgabe des Transfers erhöht.

Der Name Schneuwly stand nie für Glamour, sondern dafür, aus den eigenen Möglichkeiten ein Maximum herauszuholen, mit Biss und Fleiss. Es wirkt, als würde sein Wesen und Wirken nach Aarau passen, einem bodenständigen Verein, dessen Publikum Kampfgeist mehr schätzt als filigrane Dribblings.

Für jedes Tor gibt es einen Fünfliber vom Grosi

Es ist ein Dienstag im Juli, Schneuwly sitzt vor dem Vormittagstraining auf einem Plastikstuhl vor dem Brügglifeld und sortiert seine Gedanken. Der Stürmer ist gerade in seine 14. Saison als Profi gestiegen, er hat viel gesehen in diesem Geschäft, auch wenn gewisse Dinge gleich bleiben: Seine Grossmutter schenkt ihm bis heute für jedes erzielte Tor einen Fünfliber.

Ein Jahr ist ihm in der Retrospektive besonders in Erinnerung geblieben: die Saison 2006/07 bei Samstag-Gegner Kriens. Schneuwly sagt das jedenfalls, und man nimmt es ihm ab, dass es sich dabei um mehr handelt als ein paar freundliche Floskeln.

2006, die Ziffer fühlt sich fast an wie aus einem anderen Leben. Deutschland schrieb sein Sommermärchen, die Challenge League hatte Charme, weil die Liga sie noch nicht mit Übereifer kaputtregulierte. Sie umfasste 16 Teams, und Kriens führte die Tabelle unter dem Trainer Stefan Marini bis fünf Runden vor Schluss an. Schneuwly sagt: «Es war das ereignisreichste Jahr meiner Karriere. Die meisten Spieler haben gearbeitet, darum konnten wir jeweils erst um 17 Uhr trainieren. Aber was uns an Talent fehlte, haben wir mit Teamgeist wettgemacht. Es war eine wunderbare Saison. Das Kleinfeld war eine echte Festung. Und da war natürlich Lili Brun. Ihr Einsatz war ­unglaublich. Und von ihrem Tee schwärmt, glaube ich, bis heute jeder Spieler, der je für Kriens gespielt hat.» Schneuwly, damals 21 Jahre alt und von den Young Boys ausgeliehen, trug mit neun Toren seinen Teil zum Erfolg bei. Er sagt: «Vielleicht war es für den Verein am Ende besser, dass es mit dem Aufstieg nicht klappte.» Der SCK verlor drei der letzten vier Partien und beendete die Saison hinter Xamax und Bellinzona auf Platz 3.

Damals wie heute kannte die Challenge League die Barrage, Bellinzona scheiterte dabei am Super-League-Vertreter Aarau. Heute drängt Aarau in die entgegengesetzte Richtung, mit seinem nicht nur durch den Zuzug Schneuwlys hochgerüsteten Kader gehört das Team nach drei sehr enttäuschenden Jahren in Serie neben Lausanne, Servette und Vaduz zu den Favoriten um den Aufstieg. Der Trainer Rahmen sagt: «Der FC Aarau gehört mittelfristig in die Super League.» Und Schneuwly sagt: «Aarau ist ein sehr ambitionierter Klub.»

Es war nicht zuletzt die Aarauer Vorwärtsstrategie, die Marco Schneuwly zum Wechsel überzeugte. Sein Vertrag in Sion wäre weitergelaufen, aber in seinem Alter wollte er nicht mehr Ergänzungsspieler sein, sondern suchte eine Herausforderung.

Folgt nach der Profikarriere die Polizeischule?

Ein Abenteuer hätte ihn gereizt, ein Wechsel in die USA etwa, doch am Ende war es Aarau. Schneuwly kann sich vorstellen, die Laufbahn hier zu beenden – und er macht sich auch Gedanken um die Zukunft. Als er als junger Mann nach dem Militärdienst nicht wusste, ob das etwas werden würde mit ihm und dem Profifussball, war sein Plan B, die Polizeischule zu absolvieren. Er kann sich vorstellen, dies nachzuholen. Mit mehr als 15 Jahren Verspätung. Und einem Sammelsurium an Anekdoten, komprimiert in einer bemerkenswerten Karriere. Bei welcher der SCK eine wesentliche Rolle spielte.

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