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Kriechmayr schlägt «gutmütigen» Beat Feuz

Beat Feuz wird in der Lauberhornabfahrt nur vom Österreicher Vincent Kriechmayr bezwungen. Nächstes Wochenende will sich der 31-Jährige Schweizer in Kitzbühel revanchieren.
Martin Probst, Wengen
Mit perfekter Technik fliegt Vincent Kriechmayr am Lauberhorn zum Sieg. (Bild: Anthony Anex/Keystone (Wengen, 19. Januar 2019))

Mit perfekter Technik fliegt Vincent Kriechmayr am Lauberhorn zum Sieg. (Bild: Anthony Anex/Keystone (Wengen, 19. Januar 2019))

Vielleicht ist der zweite Rang von Beat Feuz in Wengen ja ein gutes Omen für die Abfahrt am nächsten Samstag in Kitzbühel: Vor einem Jahr hatte der 31-Jährige am Lauberhorn triumphiert und ist dann eine Woche später auf der Streif Zweiter geworden. Kehrt Feuz den Spiess nun um? «Ich werde es auf jeden Fall probieren», sagt der Abfahrtsweltmeister von 2017. «Ich war wohl etwas zu gutmütig, dass ich den Sieg in Wengen einem Österreicher überlassen habe. Es ist höchste Zeit, dass in Kitzbühel mal wieder ein Schweizer gewinnt.» Der letzte war Didier Cuche vor sieben Jahren.

Profiteur von Feuz’ «Gutmütigkeit» war gestern Vincent Kriechmayr (27). Der Österreicher siegte 14 Hundertstelsekunden vor dem Schweizer. «Er ist der beste Techniker unter uns Speedfah­rern», sagt Feuz. «Und im technischen Brüggli-S hat er den Unterschied gemacht.» In dieser Schlüsselpassage waren 19 Fahrer schneller als Feuz. «Der Schnee änderte vom Start bis ins Ziel ein paar Mal. Im oberen Teil ging es nicht wirklich vorwärts. Als Rennfahrer habe ich es gern, wenn es schneller Schnee ist, wenn es vorwärtsgeht.» Und tatsächlich belegte Feuz nach gut 1,5 Fahrminuten nur Rang fünf. «Mir ist es nicht optimal gelungen, mich auf die wechselnden Bedingungen einzustellen.»

Feuz ist kein Schleicher. Kriechmayr offenbar schon – das Namenspiel lassen wir an dieser Stelle aber bleiben. Der 27-Jährige kam mit den langsamen Bedingungen am besten zurecht. «Wenn man im Ziel vor Beat klassiert ist, dann ist das ein sehr gutes Zeichen», sagt der Österreicher. «Er ist nicht nur einer der besten Skifahrer, sondern auch ein sehr fairer Sportsmann. Er hat sich für mich gefreut.»

Kriechmayr hilft im Kuhstall mit

Für Vincent Kriechmayr ist es der vierte Sieg im Weltcup. Aus dem Super-G-Spezialisten wurde in der vergangenen Saison ein immer besserer Abfahrer. Seinen Vornamen verdankt er dem Maler Vincent van Gogh. Seine Mutter, eine Belgierin, die zum Skifahren nach Österreich kam, sich verliebte und blieb, unterrichtet Kunstgeschichte und liess sich inspirieren. Sein Vater arbeitet als Landwirt. Auf dem Betrieb, den mittlerweile Kriechmayrs Zwillingsbruder Rafael führt, züchtet die Familie die französischen Rinderrasse Charolais. Vincent Kriechmayr hilft, wenn er zu Hause ist, im Kuhstall mit. Zur österreichischen «Kleinen Zeitung» sagte er einst über sich und seine Erfolge: «Wenn ich im Stall daheim bin, haben die Kühe deswegen auch nicht mehr Respekt.» Der Österreicher ist bodenständig geblieben.

2019 gewannen bislang nur Österreicher

Bereits am Freitag in der Kombination fuhr Kriechmayr die mit Abstand schnellste Zeit in der Abfahrt. Gleiches gelang ihm schon vor einem Jahr, in der Abfahrt am Samstag klassierte er sich dann aber nur auf Rang sechs. «Ich habe früher oft Rennen verschenkt mit dummen Fehlern», sagt er. «Mittlerweile gelingt es mir besser, trotz angriffiger Fahrt, fehlerlos zu bleiben. Weil ich weniger verbissen bin.»

Dank Kriechmayr geht eine eindrückliche Serie weiter. 2019 haben die österreichischen Männer bisher jedes Rennen gewonnen. In Oslo siegte Marco Schwarz, in Zagreb und zweimal in Adelboden Marcel Hirscher, am Freitag in der Kombi erneut Schwarz. Mit Kriechmayr sind es nun sechs aus sechs.

Neben Feuz, der in der Abfahrt am Lauberhorn neben seinen zwei Siegen (2012 und 2018) nun auch schon ­zweimal Zweiter war (2015 und 2019), konnten weitere Schweizer überzeugen. Mauro Caviezel klassierte sich trotz Rückenproblemen, die ihn nach der Kombination plagten, auf Rang sieben. «Wichtig war, dass ich schnell das Vertrauen fand», sagt der 30-Jährige. «Ich gehe aber nicht davon aus, dass mich der Rücken in der nächsten Woche in Kitzbühel noch gross behindern wird.»

Wichtiges Ergebnis für Gilles Roulin

Ein wichtiges Resultat gab es für Gilles Roulin. Der 24-Jährige konnte seine guten Ergebnisse aus dem vergangenen Winter in dieser Saison zuvor nicht bestätigen. Rang zehn gestern war für ihn darum eine kleine Befreiung. Niels Hintermann, der Kombisieger 2017, wurde 16., Carlo Janka fuhr auf Rang 17.

Wengen. Weltcup-Abfahrt der Männer: 1. Kriechmayr (AUT) 2:28,36. 2. Beat Feuz (SUI) 0,14 zurück. 3. Kilde (NOR) 0,26. 4. Svindal (NOR) 0,52. 5. Bennett (USA) 0,63. 6. Buzzi (ITA) 0,80. 7. Mauro Caviezel (SUI) 0,84. 8. Cater (SLO) 0,92. 9. Innerhofer (ITA) 1,06. 10. Gilles Roulin (SUI) 1,26. 11. Paris (ITA) 1,27. – Ferner: 14. Reichelt (AUT) 1,46. 16. Niels Hintermann (SUI) 1,49. 17. Carlo Janka (SUI) 1,50. 22. Jansrud (NOR) 2,11. – 55 Fahrer gestartet, 48 klassiert. – Ausgeschieden u. a.: Mayer (AUT), Franz (AUT), Nyman (USA).

Gesamtwertung (nach 22 von 41 Rennen): 1. Hirscher (AUT) 976. 2. Kristoffersen (NOR) 571. 3. Pinturault (FRA) 554. 4. Kriechmayr (AUT) 465. 5. Kilde (NOR) 452. 6. Feuz (SUI) 433. 7. Svindal (NOR) 419. 8. Caviezel (SUI) 413. – Ferner: 12. Loïc Meillard (SUI) 344. 16. Daniel Yule (SUI) 278. 28. Ramon Zenhäusern (SUI) 181.

Abfahrt (nach 5 von 9 Rennen): 1. Feuz 340. 2. Kriechmayr 249. 3. Franz (AUT) 222. 4. Paris (ITA) 220. 5. Kilde 215. 6. Innerhofer (ITA) 210. 7. Svindal 200. – Ferner: 9. Caviezel 173. 17. Hintermann (SUI) 69. 19. Janka (SUI) 51. 26. Roulin (SUI) 36.

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