Kreuzlinger defensiv zu instabil

Nach vier Siegen in Serie im Cup und in der Meisterschaft haben Kreuzlingens 1.-Liga-Handballer am Sonntag beim 26:29 in Uster ihre erste Niederlage kassiert.

Markus Rutishauser
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handball. Die Ernüchterung nach dem Schlusspfiff war gross. Niemand konnte sich erklären, weshalb die Mannschaft nach einer guten ersten Halbzeit (15:12) in den zweiten 30 Minuten defensiv von der Rolle fiel. Nichts mehr war zu sehen von der starken Blockarbeit, die noch das Fundament des 22:19 über NLB-Absteiger Horgen war. «Das war ein Schuss vor den Bug,» analysierte Coach Frank Schädler kurz nach dem Spiel. «Ohne das nötige emotionale Engagement und den unbändigen Siegeswillen geht es nicht.

» Damit sprach er vor allem die Schlussphase der Partie an, als die Gastgeber die beiden Punkte entschlossener ins Visier nahmen. Dass dann auch noch ein Fehlentscheid der Unparteiischen einen möglichen Anschlusstreffer verhinderte, passte ins Bild. Statt einer Zweiminutenstrafe für ungenügenden Abstand beim Freistoss von Goalie Huber wurde der Ustermer Angreifer mit dem 28:25 ins verwaiste Tor belohnt.

Diese wegweisende Aktion gut zwei Minuten vor Spielende darf aber nicht über den insgesamt ungenügenden Auftritt des HSC Kreuzlingen hinwegtäuschen. Schon zu Beginn hatten die Thurgauer grosse Mühe, ins Spiel zu finden. Uster lag nach vier Minuten bereits 3:0 vorne. Erst ein frühes Time-out (12.) von Coach Schädler beim Stand von 6:3 für Uster schien sie aus ihrer Lethargie zu wecken. Bis zur Pause und dem 15:12 war Kreuzlingen das klar bessere Team.

Aber Uster steckte nicht auf und nützte gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit eine Überzahl zum 14:15-Anschluss. Der Zürcher Trainer Walter Flessati hatte seine Verteidigung umgestellt und tat mit der Einwechslung von Torhüter Rolf Schärer einen Glücksgriff. Der Routinier sorgte mit seinen Paraden bei den Kreuzlinger Schützen für viel Verunsicherung und wehrte zudem kurz nacheinander zwei Siebenmeter ab. In der 47.

Minute ging Uster erstmals wieder in Führung (20:19), gab diese bis zum Abpfiff auch nicht mehr ab und holte sich so verdient die beiden Punkte.