Kreuzlingen hält lange mit

Der HSC Kreuzlingen verliert im Cup gegen den Schweizer Meister Kadetten Schaffhausen nach einer überragenden Leistung während 40 Minuten 32:44 (20:18) und ist damit ausgeschieden.

Fritz Bischoff
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Die Kreuzlinger (Fülöp) wurden von Kadetten Schaffhausen nicht gerade zimperlich «behandelt». (Bild: Mario Gaccioli)

Die Kreuzlinger (Fülöp) wurden von Kadetten Schaffhausen nicht gerade zimperlich «behandelt». (Bild: Mario Gaccioli)

HANDBALL. Wie schon in den vergangenen zwei Jahren, so ist der HSC Kreuzlingen auch in diesem Jahr im Schweizer Cup wieder im Sechzehntelfinal ausgeschieden. Waren es 2010 und 2011 die NLA-Vertreter Pfadi Winterthur (22:36) und St. Otmar (26:34), die für die Thurgauer das Aus besiegelten, so war es gestern abend in der mit 800 Zuschauern gefüllten Egelsee-Halle der Schweizer Meister Kadetten Schaffhausen, der gegen die aufopfernd kämpfenden Kreuzlinger schliesslich mit 44:22 (18:20) das bessere Ende für sich beanspruchte.

Mutig und unerschrocken

Doch das Heimteam brauchte sich über weite Strecken der Partie leistungsmässig überhaupt nicht zu verstecken, denn vor allem in der ersten Halbzeit war von einem Zweiklassenunterschied zwischen den Teams ganz und gar nichts zu bemerken. Weit mehr war der Erstliga-Spitzenreiter das bestimmende und dominierende Team. Dass in den ersten Minuten mit der 1:0- und 2:1-Führung noch mit einer Cup-Euphorie gerechnet werden konnte, war kaum überraschend.

Was die Kreuzlinger in der Folge aber zeigten, war schon eher unglaublich bis sensationell. Nach einem zeitweisen Zweitorerückstand glichen sie nach 16 Minuten beim 11:11 durch Peter Schramm wieder aus, um danach gleich die Führung zu übernehmen und diese bis zur Pause mit teilweise bis zu drei Toren Vorsprung weiter zu behaupten.

Beeindruckende Ausbeute

Die beeindruckende Leistung der Gastgeber hatte ihren Grund zum einem in der wenig aggressiven bis desolaten Deckungsarbeit der Schaffhauser, weit mehr aber auch in einer schon nahezu optimalen Wurfauswertung der HSC-Spieler. Besonders Schramm nutzte seine Freiheiten weidlich aus und erzielte alleine vor der Pause aus neun Abschlüssen acht Tore. Nicht weniger erfolgreich trafen Stefan Runge (6/5) und Gabor Fülöp (4/4).

Dass es in diesem Stil nach der Pause weitergehen würde, hatte wohl kaum jemand erwartet. Doch bis zur 40. Minute und dem 25:25 leisteten die Kreuzlinger dem hohen Favoriten weiter eindrückliche Gegenwehr. Es war aber unverkennbar, dass die Kräfte immer mehr schwanden und damit die physische Überlegenheit der Gäste Oberhand gewann.

Ausgegangen war die Steigerung der Leistungskadenz bei den Schaffhausern von ihrem Torhüter Aruna Vaskevicius, der in der zweiten Halbzeit für Patrick Bläuenstein zwischen den Pfosten stand und auf 17 erfolgreiche Abwehraktionen kam. In seinem Sog steigerte sich die gesamte Defensive seines Team bezüglich Aggressivität, Engagement und schneller Angriffsauslösung, was schliesslich ein rundes Dutzend an Gegenstosstreffern einbrachte.

Lob vom Gäste-Captain

Dies band die Kreuzlinger entscheidend zurück und hemmte ihre Spielfreude entscheidend. Trotz der schliesslich deutlichen 32:44 verschafften sie sich viel Respekt. «Obwohl wir während 40 Minuten nicht im Spiel waren, verdient sich unser Gegner hohe Achtung für seine unerschrockene Leistung», stellte der Kadetten-Captain Elio Bucher fest und kritisierte damit die schwache Vorstellung seiner Equipe. Kritik musste am Ende Kreuzlingens Spielertrainer Alex Mierzwa trotz der Kanterniederlage keine anbringen. «Wir haben uns auf die Partie gut vorbereitet und die Vorgaben stark umgesetzt, so dass ich sicher zufrieden und ein wenig stolz ob unserer Darbietung sein kann.»

So waren die stehenden Ovationen der Zuschauer zum Spielende für den HSC mehr als verdient und es konnte bedenkenlos über die in der Endphase überforderte Deckungsarbeit und die überhasteten Abschlüsse hinweggesehen werden. Tatsache blieb, dass Kreuzlingen eine eindrückliche Leistung erbracht hatte.

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