Kreuzlingen gewinnt Derby

FUSSBALL. Vor der beeindruckenden Rekordkulisse von 850 Zuschauern setzte sich Spitzenreiter Kreuzlingen im Derby gegen das drittklassierte Frauenfeld letztlich verdient mit 2:1 durch.

Bruno Brütsch
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Der brisante Match in der 2. Liga interregional zwischen Kreuzlingen (grün) und Frauenfeld war bis zuletzt hart umkämpft. (Bild: Mario Gaccioli)

Der brisante Match in der 2. Liga interregional zwischen Kreuzlingen (grün) und Frauenfeld war bis zuletzt hart umkämpft. (Bild: Mario Gaccioli)

FUSSBALL. Über sechs Jahre mussten die Thurgauer Fussballfreunde auf diese prestigeträchtige Begegnung in der 2. Liga interregional zwischen den beiden Kantonsrivalen warten. Nun bekamen die zahlreich aufmarschierten Zuschauer (850, darunter zahlreiche Frauenfelder) gleich ein deftiges Derby-Menu serviert. Drei Treffer, zwei Elfmeter, acht Verwarnungen, ein Platzverweis und am Ende wieder ein jubelnder FC Kreuzlingen.

Die Benz-Truppe übernahm auf dem Hafenareal von der ersten Minute an das Kommando. Dem schnellen, direkten Spiel über die rechte Angriffsseite hatten die Hauptstädter vorerst nichts entgegenzusetzen. Doch dem fleissigen Oergel sprang der Ball gleich zweimal in aussichtsreichster Position über den Fuss. Glück für die Frauenfelder, die in dieser Phase mit viel Kampf einen Rückstand verhindern konnten. Einen ersten zögerlichen Angriff, vorgetragen von Stürmer Coutinho, endete dagegen mit einer recht deftigen Intervention von Abwehrspieler Rizvanovic, der dafür vom Unparteiischen schon früh die gelbe Karte sah (22.).

Der 30-Meter-Schocker

«Unbegreiflich», so FCK-Trainer Benz nach Spielschluss, dass derselbe Akteur nur wenige Minuten später mit einer nicht minder rüden Aktion abermals im Mittelpunkt stand. Die Gestik des Unparteiischen liess keinen Zweifel aufkommen und zwang Benz, eiligst den jungen Tütünci einzuwechseln. Erst recht, als er die daraus entstehenden Folgen sah: Mit einem 30-Meter-Kracher brachte Mittelfeldakteur Musaj die bisher kaum gesehenen Frauenfelder überraschend in Führung (29.).

Doch die Frauenfelder Verteidigung leistete sich umgehend, so Trainer Staub, «einen ganz dicken Aussetzer». Der durchgebrochene Santabarbara flankte butterweich zur Mitte, Oergel hatte für einen plazierten Kopfstoss alle Zeit dieser Welt (32.).

Eine der Schlüsselszenen des Derbys kam noch vor der Pause: Bei einem schnell ausgeführten Freistoss wurde Coutinho im Sechzehner zu Fall gebracht, doch der Gefoulte fand in FCK-Torhüter Belda einen starken Widersacher und scheiterte (45.).

Auf die nächste Schlüsselszene mussten die Zuschauer nicht lange warten. Aufgrund der zahlreichen Verwarnungen waren einige Akteure beider Farben nahe am Platzverweis. Getroffen hat es schliesslich den Frauenfelder Agrostelli in der 65. Minute. Ein Vorteil, den die Seebuben resolut zu nutzen wussten. Während die Frauenfelder am Ende ihrer Kräfte waren und nur noch gelegentlich über die Mittellinie kamen, blies der FCK jetzt zur Schlussoffensive. Das Zünglein an der Waage verkörperte dabei einmal mehr der brandgefährliche Santabarbara.

Penalty gegen Frauenfeld

Der beste Akteur auf dem Platz setzte bei einem eher harmlosen Ball in den Frauenfelder Strafraum seine ganze Cleverness ein und bekam einen Elfmeter zugesprochen. Backert, erst wenige Sekunden zuvor eingewechselt und noch ohne jeglichen Ballkontakt, übernahm sofort die Verantwortung. Mit einem präzisen Schuss versetzte er Torhüter Ivankovic und liess die Kreuzlinger Anhänger wahre Freudentänze an der Linie aufführen (78.). Für Zuschauer und Trainer hiess der logische Sieger Kreuzlingen.

Aber was wäre wohl passiert, wenn der Kreuzlinger Rizvanovic früh vom Platz geflogen wäre, oder Coutinho den Elfmeter für den FCF versenkt hätte?