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KORRUPTION: IOC wegen Olympiaskandal unter Druck

An der 131. IOC-Session in Lima war wegen der erstmaligen Doppelvergabe von Olympischen Spielen an Paris und Los Angeles eine grosse Feier geplant. Zum Auftakt überwiegen aber negative Schlagzeilen.

Konkret ging es für IOC-Präsident Thomas Bach zum Auftakt der 131. Session des Internationalen Olympischen Komitees darum, die Wogen in Bezug auf mögliche Stimmenkäufe vor der Vergabe der Olympischen Spiele an Rio de Janeiro zu glätten. «Wenn Beweise vorgelegt werden, werden wir handeln», sagte Bach zu den Vorwürfen, dass die Sommerspiele in Brasilien gekauft worden seien. «Keine Organisation in der Welt ist immun.»

Hinweise der französischen und brasilianischen Justiz deuten darauf hin, dass bei der Vergabe der Olympischen Spiele an Rio nicht alles regelkonform zugegangen war. An der rund 45 Minuten langen Pressekonferenz in Lima, an der Bach gerne über die bevorstehende historische Doppelvergabe der Olympischen Spiele an Paris und Los Angeles gesprochen hätte, wurde Rio 2016 zum Dauerthema. Fast ­ausschliesslich wurden Fragen zum drohenden Skandal gestellt. Dass die Vollversammlung der IOC-Mitglieder, die sogenannte ­Session, heute gleichzeitig die Sommerspiele 2024 an Paris und 2028 an Los Angeles vergeben soll, geriet bei der Fragerunde in den Hintergrund.

Im Fokus steht IOC-Ehrenmitglied Carlos Nuzman, der Chef des Organisationskomitees von Rio 2016 war und auch das Nationale Olympische Komitee Brasiliens leitet. Er soll möglicher­weise Stimmen aus Afrika bei der Vergabe zu Gunsten Rios mit Millionen geködert haben. Nuzman weist die Vorwürfe zurück. Sein Pass wurde eingezogen, sein Anwesen in der vergangenen Woche in Rio de Janeiro durchsucht und seine Konten eingefroren. Um mehr Informationen zum Fall zu erhalten, haben Anwälte des IOC Kontakt zu brasilianischen Ermittlern aufgenommen. «Glaubwürdigkeit ist extrem wichtig für uns», sagte Bach.

Fragen auch zu Pyeongchang

Auch in Bezug auf die im kommenden Jahr stattfindenden Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang (9. bis 25 Februar 2018) musste sich Bach unangenehmen Fragen stellen. Der IOC-Präsident gab in Bezug auf die Sicherheitslage in Südkorea aber Entwarnung. Bach sagte, dass er trotz der Nord­korea-Krise keine Gefahr für die Winterspiele 2018 sehe. Alle Signale, die er von Regierungen und Nationalen Olympischen Komitees empfange, zeigten, dass die Spiele stattfinden könnten. Er sehe keine Gründe für Nationale Olympische Komitees, aus Sicherheitsbedenken auf die Winterspiele zu verzichten.

Pyeongchang liegt weniger als 100 Kilometer von der Grenze zum weitgehend isolierten Nordkorea entfernt. Dieses hatte zuletzt mit Raketen- und Atomtests die Spannungen immer weiter verschärft. Am Montag verabschiedete der UNO-Sicherheitsrat in New York einstimmig neue Strafmassnahmen wie begrenzte Öllieferungen. (sda)

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