Kopf hoch und ab nach Bangkok

Mit vielen Eindrücken ist Heidi Diethelm von den Olympischen Sommerspielen aus London nach Märstetten zurückgekehrt. Im Gepäck dabei auch Resultate, die nicht ganz optimal ausfielen.

Ruedi Stettler
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Die Thurgauer Pistolenschützin Heidi Diethelm bei ihrem Einsatz an den Olympischen Spielen. (Bild: ky/Laurent Gillieron)

Die Thurgauer Pistolenschützin Heidi Diethelm bei ihrem Einsatz an den Olympischen Spielen. (Bild: ky/Laurent Gillieron)

SCHIESSEN. Heidi Diethelm hat sich für Olympia so viel vorgenommen und dann waren die Ergebnisse nicht ganz wunschgemäss. Trotzdem merkt sie an: «Wunderdinge durfte man von mir nicht erwarten. Schliesslich bin ich international noch nicht so lange dabei. Und Olympia hat alles Bisherige noch einmal deutlich übertroffen.» Natürlich ist sich die Märstetterin bewusst, dass sie es besser kann: «Logisch war ich beim ersten Einsatz noch ein bisschen nervös. Aber das hat sich gelegt. Ich denke, ich habe mich steigern können.» Gross Gedanken will sie sich über das Abschneiden bei Olympia allerdings gar nicht mehr machen.

Gar als Trainerin?

Beim Empfang am Flughafen in Kloten meinte auch Verbandspräsidentin Dora Andres: «Es lief vielen von uns nicht so, wie wir das erhofft haben. Aber lange Trübsal blasen wollen wir nicht. Wir schauen voraus und arbeiten weiter zielstrebig.» Zu Diethelm gewandt meinte sie gar: «Auch Heidi hatte sicher andere Vorstellungen. Aber wer weiss, vielleicht ist sie in zehn Jahren sogar als Trainerin für Pistolenschützen tätig.» Die angesprochene Thurgauerin konnte sich ein Schmunzeln allerdings nicht verkneifen.

Und das in die Frisur an der linken Schläfe «eingebaute» weisse Kreuz im roten Feld ist immer noch sehr deutlich sichtbar. «Dieser Entscheid war halt nicht nur eine Eintagsfliege. Dieses Symbol bleibt noch ein bisschen, bis die Haare nachgewachsen sind.»

Eine grosse Pause gönnen kann sich die am 20. März 43 Jahre alt gewordene Thurgauerin allerdings jetzt nicht. Weitere wichtige Wettkämpfe stehen für sie noch auf dem Programm. Als nächstes folgen die Schweizer Meisterschaften in Thun im September. Da sind von ihr vorderste Plätze eingeplant. Und dann strahlt sie: «Ich habe mich ja auch noch für den Weltcup qualifiziert. Und der findet im Oktober in Bangkok statt. Darauf freue ich mich.»

Einmaliges Erlebnis

Nach ihren Einsätzen hat sich die Thurgauerin logischerweise die Umgebung und auch andere Wettkämpfe angesehen. Und sie war beeindruckt. Vor allem auch von jenem Abend im Olympiastadion: «Als wir unter den Zuschauern sassen, da haben die britischen Leichtathleten gleich drei Medaillen geholt. Die Stimmung war unglaublich. Das war wirklich Gänsehaut-Feeling.»

Die Europameisterin mit der Sportpistole hat Eindrücke wahrgenommen, die sie noch einmal erleben möchte: «Ja natürlich. Rio de Janeiro 2016 spielt in meinen Überlegungen schon eine Rolle. Aber mal abwarten, in vier Jahren kann so viel passieren.»