Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Kopf des Tages: LeBron James wird zum König von Los Angeles

LeBron James wechselt zu den Los Angeles Lakers und wird zum nächsten Megastar der Glitzerstadt. Die Frage ist, was das für sein Vermächtnis bedeutet.
Nicola Berger
LeBron James an einer Pressekonferenz während der NBA-Finalspiele vor einem Monat. (Bild: John G. Mabanglo Shutterstock/EPA; Cleveland, 5. Juni 2018)

LeBron James an einer Pressekonferenz während der NBA-Finalspiele vor einem Monat. (Bild: John G. Mabanglo Shutterstock/EPA; Cleveland, 5. Juni 2018)

Fünf Jahre lang haben es die Los Angeles Lakers nicht mehr ins Playoff geschafft. Doch bevor sie in die Obskurität abstürzten, waren die Lakers mit ihren purpur-goldenen Trikots eine der stolzesten Organisationen im Weltbasketball. 16 Titel, nur einer weniger als der Rekordmeister Boston Celtics. Und dazu eine reiche Historie mit einer Armada an Stars: Kobe Bryant, Shaquille O’Neal, Kareem Abdul-Jabbar, Magic Johnson.

Johnson, heute 58, hat viel erlebt in diesem Leben. Er war einer der erfolgreichsten Basketballer der Geschichte. Er ist ein erfolgreicher Geschäftsmann und Autor. Er ist der vielleicht bekannteste HIV-Infizierte der USA, weil er sehr offen über die Krankheit spricht. Seit 2017 ist Johnson Präsident der Lakers. Und damit jener Mann, der dem Team nun den wichtigsten Zuzug im 21. Jahrhundert beschert: LeBron James, der aktuell weltbeste Basketballer, wechselt mit einem 153,3 Millionen Dollar dotierten Vierjahresvertrag von Cleveland nach Kalifornien. Was die Kräfte­verhältnisse in der NBA abermals auf den Kopf stellt.

Der Transfer schwächt die Eastern Conference erneut, wo es ausser Boston und Philadelphia auf Sicht keine ernsthaften Titelkandidaten mehr gibt. Und er verändert die Perspektiven der Lakers, die um ihren neuen und alternden Star nun sehr schnell ein Team zimmern müssen, welches Meister werden kann. James hat zuletzt acht Mal in Serie den Playoff-Final erreicht. Es spricht viel dafür, dass diese Serie des 33-Jährigen nun reisst. Dem Kader des Champions Golden State Warriors und des wichtigsten Herausforderers Houston Rockets haben die Lakers mit ihren unerfahrenen Spielern derzeit selbst mit James nicht viel entgegenzusetzen. Ändern würde sich das nur, sollte es den Lakers gelingen, von den San Antonio Spurs den wechselwilligen All-Star Kawhi Leonard zu verpflichten.

Trotzdem ist die Entscheidung von «King James» nachvollziehbar. In Cleveland hatte er alles erreicht, seit er der Stadt 2016 den lang ersehnten Titel bescherte. Und im Milliardenmarkt von Los Angeles plus Südkalifornien steigt er zum nächsten Sport-Megastar auf, was ihm völlig neue Vermarktungsmöglichkeiten bietet. Der Familienmensch James – verheiratet ist er mit seiner Freundin aus der Highschool-Zeit – hat für seine Kinder eine geeignete Schule gefunden in einer Region, in der er seit drei Jahren eine 21 Millionen Dollar teure Residenz besitzt. Und in welcher er seit längerem Investments tätigt, unter anderem in sein eigenes Medien-Start-up.

James wird in Los Angeles auch am Leben nach der Karriere arbeiten. Aber ihm bietet sich bei den Lakers auch die Chance, sich endgültig unsterblich zu machen – und die unendliche Diskussion zu beenden, wer der beste Spieler der Geschichte ist: James oder Michael Jordan. Dafür müsste James vermutlich nach Cleveland und den Miami Heat eine dritte Franchise zum NBA-Titel führen. Gelingt es ihm weiterhin, den fortschreitenden Alterungsprozess zu überlisten, ist das in den nächsten vier Jahren nicht ausgeschlossen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.