«Konzerte geben macht hungrig»

Dass Nina Rebers (19) Zuhörer älter sind als sie, stört sie nicht. Sie ist gerne mit ihrem Vater auf Tour.

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Nur nicht krank werden: Nina trinkt vorbeugend Salbei-Tee, trägt einen dicken Schal und Winterstiefel. (Bild: Reto Martin)

Nur nicht krank werden: Nina trinkt vorbeugend Salbei-Tee, trägt einen dicken Schal und Winterstiefel. (Bild: Reto Martin)

Dass Nina Rebers (19) Zuhörer älter sind als sie, stört sie nicht. Sie ist gerne mit ihrem Vater auf Tour.

Nina, Du bist erstmals auf Tournée. Was hast Du auch unterwegs immer bei Dir?

Nina Reber: Meine Thermoskanne und Salbei- oder anderen Tee. Damit versuche ich zu verhindern, dass ich krank werde. Auf Tour gibt es nichts Schlimmeres als einen Husten zu bekommen oder die Stimme zu verlieren.

Hast Du vor, irgendwann alleine durch die Schweiz zu touren?

Nina: Ob ich die Musik zu meinem Beruf machen will, weiss ich noch nicht. Ich weiss nur, dass mir die Musik immer wichtig sein wird. Ich möchte auf jeden Fall ein zweites Standbein haben. Deshalb fange ich vermutlich nächsten Sommer mit einem Logopädie-Studium an.

Du machst nicht gerade die Art von Musik, die Gleichaltrige bevorzugen. Triffst Du deswegen manchmal auf Unverständnis?

Nina: Es gibt schon Leute, die mich Fragen, warum ich denn die Musik meines Vater spiele und keine eigene. Aber die sollen sagen, was sie wollen. Ich finde es schön, wenn man durch die Musik einen Draht zueinander hat.

Deine Zuhörer sind meist um ein Vielfaches älter als Du. Ist das seltsam?

Nina: Nein, ganz und gar nicht. Manchmal kommen nach den Konzerten Leute auf mich zu und sagen, dass sie das, was ich mache, gut finden. Das freut mich natürlich. Schräg finde ich es nur immer noch, wenn mich Leute um ein Autogramm bitten.

Zum ersten Mal standst Du in der Fernsehshow «Die grössten Schweizer Talente» solo auf der Bühne. In Kreuzlingen. Was verbindest Du sonst noch mit dem Thurgau?

Nina: Ich kenne den Kanton leider nicht sehr gut. Aber es sieht alles relativ schön aus, wenn ich hier in Frauenfeld im Stadtcasino umhergehe.

Welchen Song würdest Du Dir im Radio wünschen?

Nina: Schwer zu sagen. Ich höre eigentlich querbeet alles, bei mir läuft immer irgendwelche Musik. Aber vermutlich würde ich ein Lied von den Dixie Chicks wählen.

Also keinen Deiner eigenen Songs?

Nina: Nein. Ich muss mich nicht nonstop selber hören. Natürlich finde ich das, was ich mache, gut, aber es ist nicht so, dass ich mich ständig hören will.

Du hast im Sommer Deine Matura gemacht. Wie war es in der Schule als Tochter eines Schweizer Stars?

Nina: Ich habe das nie an die grosse Glocke gehängt. Da ich selber auch ab und zu mit meinem Vater auf der Bühne stand, war das für mich wie eine völlig andere Welt. Aber viele glauben, dass man Vorteile hat, wenn man die Tochter einer bekannten Person ist. Doch das ist überhaupt nicht der Fall. Im Gegenteil: Ich empfand es teilweise eher als nachteilig.

Inwiefern?

Nina: Naja, es gab immer wieder Leute, die einem für arrogant hielten, ohne einem überhaupt zu kennen. Solche Vorurteile zuerst aus dem Weg zu räumen, kann anstrengend sein, doch es machte mich auch stärker.

Wie würdest Du das Gefühl nach dem Konzert beschreiben?

Nina: Adrenalin pur. Da es auf der Bühne ziemlich heiss ist, fühle ich mich jeweils als wäre ich gerade einen Marathon gelaufen. Und weil ich vor dem Auftritt nichts essen sollte, fühle ich mich nach dem Konzert vor allem eines: und zwar hungrig. Dann könnte ich gleich alles Mögliche verdrücken.

Interview: Stephanie Martina

thurgau lokal 33