Konzept greift noch nicht

Trotz einer zeitweiligen Führung mit drei Treffern verliert St. Otmar das Heimspiel gegen den BSV Bern Muri mit 25:27 (13:13). Die St. Galler bleiben mit zwei Punkten Sechste in der NLA.

Fritz Bischoff
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St. Otmars Nejc Hojc (links) im Zweikampf mit dem Berner Martin Prachar. (Bild: ky/Regina Kühne)

St. Otmars Nejc Hojc (links) im Zweikampf mit dem Berner Martin Prachar. (Bild: ky/Regina Kühne)

Handball. St. Otmar kommt in der neuen Saison auch in seinem dritten Spiel nicht auf Touren, sucht weiter sein spielerisches Konzept und verliert mit dem 25:27 gegen den BSV Bern Muri in der dritten Partie zum zweiten Mal. «Wir haben innerhalb des Spiels zu viele Hochs und Tiefs, die sich ablösen, und in der Defensive fehlt es uns an der Kompaktheit», sagt der St. Galler Spielertrainer Jan Filip. Er selbst scheint sich in seiner neuen Rolle noch nicht vollends gefunden zu haben.

Auf dem rechten Flügel spielend, kann er dem Spiel seines Teams nicht die Richtung weisen, wie dies einst St. Otmars frühere erfolgreiche Spielertrainer Robert Hedin und Erik Rasmussen taten. Auffallend ist, dass bei den St. Gallern das Spiel als Ganzes über die Flügel zu wenig gesucht wird. Dies gilt für die linke und die rechte Seite. «Ja, wir suchen in der Offensive zu wenig die Breite», hat auch Jan Filip festgestellt. So erzielte er aus seinen drei Abschlussversuchen kein Tor, Andreas Wild und Sascha Häni trafen je einmal, und Raphael Liniger war von der Aussenposition aus auch nur einmal erfolgreich, zeigte sich aber als sicherer Penaltyschütze.

Nahe am Punktgewinn

Trotz der erkannten Mängel waren die St. Galler gegen die Berner nahe am Punktgewinn. Nach den ersten wenig effizienten 20 Minuten mit einem Dreitorerückstand führte eine Steigerung in der Defensive zum Ausgleich bis zur Pause. Dieser Elan konnte in die zweite Halbzeit mitgenommen werden.

Die Gäste wirkten nun verunsichert, das Heimteam zusammen mit seinem Torhüter Thomas Isenrich als kompakte Einheit, und in der Offensive gelangen sehenswerte Treffer über den Kreis. Dies brachte den Gastgebern eine Dreitoreführung ein. Diese verspielten sie mit einer unbefriedigenden Chancenauswertung wieder.

Die Entscheidung zugunsten des BSV Bern Muri fiel dann knapp zehn Minuten vor dem Ende beim 21:21. Drei krasse Fehlentscheidungen von Schiedsrichter Marco Meier nutzten die Gäste zur 24:21-Führung. «St. Otmar liess sich in der Folge durch die Schiedsrichterentscheide, die Hektik und das aufgebrachte Publikum aus dem Tritt bringen. Wir hingegen konnten eher die Übersicht und Ruhe bewahren, was uns schliesslich zum Sieg verhalf», stellte Berns Internationaler Alen Milosevic fest. Selbstkritisch hatte er aber auch bemerkt, dass die Leistung seines Teams auch noch nicht befriedigen konnte. «Mit sechs neuen Spielern müssen wir uns zuerst einmal im Kollektiv finden. Unsere Tore sind noch mehrheitlich das Produkt individueller Aktionen.»

Mangelnde Chancenauswertung

Diese Feststellung gilt in der noch jungen Saison auch für St. Otmar, wobei ein wesentlicher Unterschied zu den Bernern darin besteht, dass die einfachen Tore aus dem Rückraum, wie sie etwa Ladislav Tarhai für Bern Muri erzielt, fehlen. Die St. Galler bemühten sich wohl immer wieder mit viel Aufwand, in gute Abschlusspositionen zu kommen, doch war dann nicht selten die Chancenauswertung unbefriedigend. Auf das Team St. Otmars wartet nach drei Spieltagen noch viel Arbeit, die Handschrift des neuen Spielertrainers muss erkennbar werden.

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