KONKURRENZ: Traditionsturnier am Ende

30 Jahre nach der Erstausgabe des CSI in Zürich stellen die Organisatoren im nächsten Januar den Betrieb überraschend ein. Das Springreitturnier zählt zu den bedeutendsten Sportanlässen im Land.

Drucken
Teilen
Der CSI Zürich bot nicht nur den Champions eine Bühne. Vor gut vier Jahren stürzte der Finne Maiju Mallat vom Schimmel Gran Carthago. (Bild: Steffen Schmidt/Keystone (Zürich, 25. Januar 2013))

Der CSI Zürich bot nicht nur den Champions eine Bühne. Vor gut vier Jahren stürzte der Finne Maiju Mallat vom Schimmel Gran Carthago. (Bild: Steffen Schmidt/Keystone (Zürich, 25. Januar 2013))

Im ersten Monat des neuen Jahres endet im Zürcher Hallenstadion eine Veranstaltungsserie, die von den Brüdern Rolf und Urs Theiler 1988 auf der Offenen Rennbahn in Zürich-Oerlikon erstmals durchgeführt worden ist. Aus dem Anlass, den damals an vier Turniertagen 21 000 Personen besuchten, ist mit einem Budget von sechs Millionen Franken das seit Jahren bestbesetzte und höchstdotierte Weltcup-Turnier der Springreiter geworden. Vom 26. bis 28. Januar 2018 wird es zum 30. und letzten Mal ausgetragen.

Gründe für den Rückzug des CSI Zürich gibt es zwei: die gemäss Organisatoren immer schlechter werdenden Rahmenbedingungen für Veranstalter von Springreitturnieren und die immer grösseren Einschränkungen der Infrastruktur in Zürich-Oerlikon. «Schon seit Jahren verunmöglichen uns die infrastrukturellen Gegebenheiten rund ums Hallenstadion, den Anlass so weiterzuentwickeln, wie es für uns zwingend nötig wäre, um auch in Zukunft mit Innovationen aufwarten zu können», sagte Reto Caviezel, einer der Co-Präsidenten des CSI Zürich.

Für Sportchefin Steffi Theiler sind unter anderem die sich aufgrund finanziell potenter Hauptsponsoren konkurrierenden Serien im Reitsport ein Problem. «Unserer Meinung nach gibt es nun zu viele Turniere auf Fünf-Sterne-Level, weltweit und in der Schweiz. Zudem besteht die Tendenz zu Turnieren, die marktwirtschaftlich keine Berechtigung haben, da sie nur dank Mäzenen überleben.»

Urs Theiler fiel der Entscheid nicht leicht, den Wettkampf aufzugeben. «Wir schätzen aber die Entwicklung so ein, dass wir unsere hohen Ansprüche in den nächsten fünf bis zehn Jahren immer weniger erfüllen können», sagte der Co-Gründer und Vater der Sportchefin. «Der CSI Zürich hat den Zenit erreicht. Nun ist die Gefahr gross, dass die Kurve nach unten zeigt. Daher hören wir lieber mit Stil auf, wenn es am schönsten ist.» (sda)