Kommentar
Rassistische Entgleisung von FC-Wil-Präsident Maurice Weber: Auf diesen Vorfall muss die Liga reagieren

Die Swiss Football League (SFL) schreibt sich den Kampf gegen Rassismus auf die Fahne. Es bleibt ihr nichts anderes übrig, als die rassistische Entgleisung von FC-Wil-Präsident Maurice Weber konsequent zu sanktionieren.

Ralf Streule
Ralf Streule
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FC-Wil-Präsident Maurice Weber.

FC-Wil-Präsident Maurice Weber.

Bild: Urs Bucher

Im Fussball gehen die Emotionen hoch. Und man hat sich an vieles gewöhnt, im Guten und im Schlechten. Es gibt aber Grenzen – und eine solche hat FC-Wil-Präsident Maurice Weber gemäss «nau.ch» im Mai überschritten. Im Spiel der Wiler bei Neuchâtel Xamax liess er sich zu einer rassistischen Beleidigung hinreissen. Er soll einen dunkelhäutigen Spieler des Gegners mit «N...» beschimpft haben. Der FC Wil bestätigt in einer Stellungnahme vom Freitag einen «nichttolerierbaren Zwischenruf». Das Ganze ist Wochen her, verliert damit aber nicht an Brisanz.

Dass dieses rassistische Vokabular noch immer, gerade im Fussball, öfter vorkommt, als man es wahrhaben will, macht an sich schon fassungslos. Die Liga und die Klubs schreiben sich längst auf die Fahne, gegen diesen vielenorts schwelenden Rassismus vorzugehen. Gerade in diesem Kontext bekommt die Äusserung eines Klubpräsidenten, der auch noch Teil der SFL-Kommission ist, eine doppelt problematische Note.

Webers Arbeit für den FC Wil und die Liga ist unbestritten wertvoll. Und anzurechnen ist ihm, dass er sich per Klub-Mitteilung für die verbale Entgleisung «in aller Form» entschuldigte. Die Beleidigung mag in einer emotionalen Partie passiert sein. Und der Präsident mag, wie die Wiler betonen, die «ethischen Grundsätze des Vereins zu 100 Prozent mittragen». Zu rechtfertigen ist die Entgleisung dennoch nicht.

Die Swiss Football League (SFL) hat inzwischen ein Verfahren eingeleitet. An der Reaktion der Liga wird man auch deren Willen messen, den Kampf gegen Rassismus konsequent zu führen. Sie wird sich mit einer hohen Busse und auch mit der Frage eines Ausschlusses Webers beschäftigen müssen.

Übrigens: Fussball gespielt wurde am Freitagabend auch noch. Die Wiler verloren in Yverdon im Cup mit 0:3. Eine Meldung, die zum gestrigen Wiler Tag passt.

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