Kommentar
Der FC Basel darf Hilfsgelder in Transfers investieren, weil das sein Hauptgeschäftszweig ist

Darf der FC Basel die beim Bund beantragten A-fonds-perdu-Millionen in die Beine eines jungen Argentiniers reinvestieren? Eine heikle Frage, auf die es nach Sichtung der Argumente aber eigentlich nur eine Antwort geben kann.

Jakob Weber
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FCB-Eigentümer Bernhard Burgener hat A-fonds-perdu-Beiträge vom Bund beantragt, welche die fehlenden Zuschauereinnahmen decken sollen. Die Hilfsgelder sind an Bedingungen wie zum Beispiel Lohnsenkungen gebunden, welche der FCB im Gegensatz zu vielen anderen Super-League-Teams, die deshalb auf Hilfsgelder verzichten, erfüllen kann.

FCB-Eigentümer Bernhard Burgener hat A-fonds-perdu-Beiträge vom Bund beantragt, welche die fehlenden Zuschauereinnahmen decken sollen. Die Hilfsgelder sind an Bedingungen wie zum Beispiel Lohnsenkungen gebunden, welche der FCB im Gegensatz zu vielen anderen Super-League-Teams, die deshalb auf Hilfsgelder verzichten, erfüllen kann.

Alessandro Della Valle / KEYSTONE

Es ist bisher nur ein Gerücht. Doch es sorgt bereits für einen grossen Aufschrei. Südamerikanische Medien melden, dass der 18-jährige offensive Mittelfeldspieler Matias Palacios vom argentinischen Traditionsklub San Lorenzo zum FC Basel wechseln soll. Der argentinische Juniorennationalspieler soll für anderthalb Jahre ausgeliehen werden und kann dann für kolportierte sechs Millionen Franken übernommen werden.

Was folgt, ist ein Aufschrei in den sozialen Medien. Bürger und auch Politiker aus beiden Lagern melden sich öffentlich zu Wort und kritisieren den FCB für sein Verhalten.

Der Aufschrei kommt, weil der erst jüngst Ende Januar Hilfsgelder in Millionenhöhe beantragt hat. A-fonds-perdu-Geld gesichert? Neuer Star gekauft! So der erste Gedanke vieler Erboster. Doch ganz so einfach ist es nicht.

Natürlich ist der Zeitpunkt des Gerüchts nicht ideal. Denn nur Tage vorher wurde bekannt, dass der FCB eines von nur drei Super-League-Teams ist, das von den A-fonds-perdu-Beiträgen profitiert. Doch ein Blick in die Geschäftszahlen des Vereins zeigt, dass Transfererlöse den grössten Teil der Einnahmen ausmachen und somit der wichtigste Geschäftszweig des FC Basel ist.

Damit erübrigt sich eigentlich die Diskussion, ob die Investition in ein argentinisches Jungtalent verwerflich ist. Ein Sterne-Restaurant muss ja auch nicht plötzlich nur noch Pommes und Hahnenwasser verkaufen, nur weil es während der Pandemie Hilfsgelder vom Bund bekommen hat. Es darf weiterhin exquisite Kost anbieten und teure Köche anstellen. Gleiches sollte auch für den FCB gelten.

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