KÖNIGSETAPPE: Jubiläums-Giro wieder völlig offen

Tom Dumoulin büsst fast den ganzen Vorsprung ein. Nur knapp verteidigt der Niederländer das Leadertrikot. Vincenzo Nibali holt den ersten italienischen Tagessieg im 100. Giro d’Italia.

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Das so schwere Teilstück zwischen Rovetta und Bormio, 222 Kilometer lang und gespickt mit drei schweren Pässen, verlief lange nicht sehr ereignisreich. Geschlossen passierten die Favoriten zunächst den Mortirolo, einen der härtesten Übergänge in Europa, und später auch das Stilfserjoch, mit 2758 Meter über Meer das Dach der Rundfahrt. Leader Tom Dumoulin schien alles im Griff zu haben, als er zu Beginn des Aufstiegs zum Umbrail, dem letzten Hindernis des Tages, plötzlich wegen eines besonderen Notfalls ausscherte. Der Niederländer hielt gut 30 Kilometer vor dem Ziel an, entledigte sich neben der Strasse seines rosafarbenen Trikots und zog unvermittelt – offensichtlich auch zur Überraschung des TV-Kameramanns – die Hose runter, um ein grosses Geschäft zu verrichten.

Der Abstecher ins Grüne kostet eine Minute

«In der Abfahrt vom Stelvio bemerkte ich die Probleme, später dann ging es nicht mehr, ich musste stoppen. Die Beine wären eigentlich gut gewesen», erklärte der schwer enttäuschte Dumoulin im Ziel.

Rund eine Minute kostete ihn der ungewöhnliche Abstecher ins Grüne, und obwohl sich danach die Favoriten vorne lange mit Attacken zurückhielten, konnte er die einmal entstandene Lücke nicht mehr schliessen. Im Gegenteil: Bis ins Ziel verlor Dumoulin über zwei Minuten auf den Etappensieger, der zur Freude des einheimischen Publikums erstmals an diesem Jubiläums-Giro aus Italien kam. Vincenzo Nibali siegte im Spurt vor dem Spanier Mikel Landa. (sda)

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