Knapp am Coup vorbei

In der Champions League führte der FC Basel gegen Bayern München. Er konnte nach dem Ausgleich immer noch auf einen Punkt hoffen, bis die Bayern in der 89. Minute zum 2:1 trafen.

Hansjörg Schifferli/Basel
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Bayern Münchens Bastian Schweinsteiger entschied mit seinen zwei Toren die Partie. (Bild: ky/Peter Klaunzer)

Bayern Münchens Bastian Schweinsteiger entschied mit seinen zwei Toren die Partie. (Bild: ky/Peter Klaunzer)

Fussball. Nach einer Viertelstunde dieses Spiels, das aus Basler Perspektive mindestens das Spiel des Jahres war, hätte kaum jemand gedacht, der Super-League-Club habe in seinem ersten Champions-League-Vergleich mit dem deutschen Vorzeigeclub Bayern München eine auch nur halbwegs reelle Chance auf einen Punktgewinn. Und der wäre fürs internationale Ansehen des Schweizer Meisters, acht Jahre nach seinem Erfolgszug bei seinem ersten Start in der Königsklasse, gut gewesen.

Aber dann nach 18 Minuten glückte den Baslern ein erster Angriff, ein brillanter dazu. Valentin Stocker und vor allem Marco Streller, der mit einem Absatztrick Alex Frei freispielte, leisteten die Vorarbeit zum 1:0. Bayern-Goalie Jörg Butt war machtlos, als Frei den Ball in die weitere hohe Ecke zwirbelte. Danach sah es um die Chancen des FC Basel auf den grossen Coup plötzlich ganz anders, nämlich sehr gut aus.

Noch zur Pause lagen die Schweizer vorne, im Wissen darum, dass die Münchner bei Halbzeit von ihrem holländischen Trainer Louis van Gaal den unmissverständlichen Auftrag erhalten würden, in jeder Beziehung zuzusetzen.

Ausgleich nicht zwingen

Nach zehn Minuten der zweiten Hälfte fiel dann das 1:1, wenig zwingend, noch keineswegs als Konsequenz der – bis dahin nur vermuteten – Steigerung der Bayern.

Es war ein leicht übertriebener Einsatz Benjamin Huggels im Strafraum gegen Thomas Müller, der den Deutschen einen Penalty eintrug und den Bastian Schweinsteiger souverän verwertete. Aber noch sah es gut aus für die Basler, wenigstens einen Punkt zu behalten – und das hätte jeder als Erfolg gewertet.

Alles sah ganz danach aus, als würde der FC Basel für seine Leistung belohnt werden.

Natürlich war nicht zu übersehen, dass die Bayern zusetzten, mit dem Unentschieden nicht zufrieden waren. Und van Gaal trachtete mit seinen Wechseln auch danach, die Offensive zu verstärken; selbst mit dem letzten, als er mit Anatoli Timoschtschuk für Miroslav Klose zwar einen defensiven für einen offensiven Mann brachte, damit aber erreichte, dass Schweinsteiger nach vorne rücken konnte. Und dieser Schweinsteiger erzielte dann in der 89. Minute, als er einen weiten Freistossball Holger Badstubers über die Linie drückte, das Siegestor.

Danach entsprach das Ergebnis am Schluss halt doch wieder den Prognosen, die nach der ersten Viertelstunde abzugeben gewesen waren.

Einen Punkt verdient gehabt

Die Bayern erzwangen in einer für sie nach dem mässigen Meisterschaftstart heiklen Phase, die nach Freis Tor noch heikler geworden war, einen wichtigen Sieg. Sie taten es nicht mit spielerischem Glanz, wie er einem Bundesliga-Doublegewinner und Champions-League-Finalisten entspräche. Aber eben mit der soliden Klasse.

Der FC Basel hat stark, zeitweise sehr stark gespielt; er hat die individuellen Differenzen mit einer geschlossenen Teamleistung weitgehend wettgemacht. Er hätte dafür einen Punkt verdient.