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«Das Team braucht einen härteren Trainer»: Knall beim St. Galler Handball-Rekordmeister LC Brühl

Nach nur zwei Meisterschaftsspielen hat sich der LC Brühl von Martin Gerstenecker getrennt. Damit steht Brühl vor den beiden Europacup-Partien am Wochenende in der Türkei ohne Cheftrainer da.
Laura Inderbitzin
Brühl (hier mit Kathryn Fudge) spielt am Samstag und Sonntag gegen den türkischen Verein Kastamonu. (Bild: Ralph Ribi (St. Gallen, 19. Mai 2018))

Brühl (hier mit Kathryn Fudge) spielt am Samstag und Sonntag gegen den türkischen Verein Kastamonu. (Bild: Ralph Ribi (St. Gallen, 19. Mai 2018))

Bereits am Mittwochabend gegen den LK Zug stand Martin Gers­tenecker nicht mehr an der Seitenlinie des LC Brühl. Nur wenige Stunden zuvor war die Trennung vom Cheftrainer öffentlich geworden, und nur einen Tag zuvor hatte man sich im Club darauf geeinigt.

Das Team braucht einen härteren Trainer

Die Trennung kommt überraschend. Einerseits wegen des Zeitpunkts: Gestern stand das NLA-Spitzenspiel gegen Zug auf dem Programm und am Wochenende die zwei wichtigen Partien im Europacup gegen Kastamonu in der Türkei. Andererseits aber auch, weil sportlich nichts darauf hingewiesen hatte. Die ersten zwei Meisterschaftsspiele unter Gerstenecker gewannen die Brühlerinnen – beide mit über zehn Toren Vorsprung.

Der freigestellte Trainer Martin Gerstenecker

Der freigestellte Trainer Martin Gerstenecker

«Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende», sagte Alex Zehntner, Präsident des LC Brühl, dazu. Wenn man zu einem solchen Entscheid komme, solle man die Trennung nicht künstlich hinauszögern. «Es ist ein schwieriger Schritt, aber es war notwendig», sagte Zehntner. Die Vertragsauflösung lief einvernehmlich ab. Auch Gerstenecker habe gemerkt, dass es so nicht weitergehen könne. «Sein Führungsstil harmoniert nicht mit dem Team.» Der Österreicher sei von Natur aus ein geduldiger und eher ruhiger Trainer. Das Team aber brauche jemanden, der härter ist und auch mal laut wird. Die Spielerinnen hätten deshalb das Gespräch gesucht. «Wir mussten aber erkennen, dass das langfristig nicht funktionieren wird. Vielleicht war die eine oder andere Spielerin dann überrascht von der Trennung von Martin.»

Sieg im Spitzenspiel mit Vroni Keller

Interimistisch übernimmt nun Vroni Keller. Bis 2015 trainierte sie die erste Mannschaft, derzeit untersteht ihr das NLB-Team. Bereits am Mittwoch in Zug stand sie an der Seitenlinie. Brühl gewann das Spitzenspiel auswärts 28:26 und ist neuer Leader. Am Donnerstag wird Vroni Keller mit in die Türkei reisen. Dort spielt Brühl am Samstag und Sonntag in der ersten Runde des Europacups gegen Kastamonu. Dass Hin- und Rückspiel in der Türkei ausgetragen werden, hat finanzielle Gründe. Wenn eines der Spiele in St. Gallen stattfände, müsste der LC Brühl tief in die Tasche greifen: Reise, Unterkunft und Verpflegung des 18-köpfigen türkischen Teams sowie von drei Verbandsoffiziellen müsste der Club bezahlen. Das wäre zu teuer für den LC Brühl. Deshalb spielt man zweimal in der Türkei und verbraucht anstatt der budgetierten 15000 Franken lediglich 10000 Franken.

Hier spielt der LC Brühl im Europacup

Zwölf Stunden für einen Weg

Dass diese Einigung mit Kastamonu nicht nur Vorteile mit sich bringt, liegt auf der Hand. Brühl muss eine über zwölfstündige Reise auf sich nehmen, und darüber hinaus haben die Türkinnen zweimal den Heimvorteil auf ihrer Seite. Dort ist man handballverrückt, das Publikum wird viel Stimmung machen.

Brühl geht als Aussenseiter in die Partie

Wie stark Kastamonu spielt, ist unklar. In der vergangenen Saison klassierte sich der Verein in der obersten türkischen Liga als Zweiter, jedoch wurde im Sommer praktisch das ganze Team ausgetauscht. Für Brühl wird es damit eine Reise ins Ungewisse. Kastamonu gilt trotz des Umbruchs im Kader als Favorit. Die türkische Liga ist stärker einzuschätzen als ihr Schweizer Pendant, zudem spielen zahlreiche Nationalspielerinnen für den Verein. Die Frage ist aber, wie gut das neue Team schon harmoniert.

Das Team muss zusammenstehen

Trotz der Aussenseiterrolle will Brühl die nächste Runde ­erreichen. Dies dürfte aber nicht zuletzt auch wegen der derzeitigen Trainersituation schwierig werden. «Das Team muss jetzt zusammenstehen», sagt Zehntner. Wer Keller als interimistische Trainerin ablöst, ist noch offen. Gefragt ist wohl jemand, der die Brühlerinnen stärker in die Mangel nimmt als noch Gerstenecker. Nach einer definitiven Lösung wird derzeit gesucht.

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