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Knall bei St.Otmar: Toptransfers geplatzt, Sportchef Beat Kaiser tritt per sofort zurück

Drei Spieler aus der Bundesliga sowie ein Coach sollten die Handballer von St.Otmar verstärken und an die nationale Spitze führen. Nun kommt alles anders. Sportchef Beat Kaiser, die treibende Kraft hinter den Verpflichtungen, nimmt den Hut.
Ives Bruggmann
Robert Weber kommt nicht zu St.Otmar. Er wäre der Königstransfer des Sportchefs Beat Kaiser gewesen. (Bild: KEYSTONE/Axel Heimken)

Robert Weber kommt nicht zu St.Otmar. Er wäre der Königstransfer des Sportchefs Beat Kaiser gewesen. (Bild: KEYSTONE/Axel Heimken)

«Wegen unterschiedlicher Auffassungen über die mittelfristige Ausrichtung des Vereins, insbesondere der ersten Mannschaft, tritt Sportchef Beat Kaiser per sofort zurück.» Dies teilte der St.Galler NLA-Handballverein St.Otmar am Freitag mit. Die Position des Sportchefs soll baldmöglichst, spätestens aber bis zur Hauptversammlung Anfang Juli, neu besetzt werden. Bis dahin übernimmt Präsident Hans Wey die entsprechenden Aufgaben ad interim. Der Vorstand hält weiter fest, dass es derzeit keine Neuzugänge gebe. Es seien keine rechtsgültigen Verträge unterzeichnet worden, auch wenn Gespräche und Verhandlungen stattgefunden hätten.

Kaiser wollte den Verein unter anderem mit namhaften Neuverpflichtungen mittelfristig wieder an die nationale Spitze führen. Mit dem früheren Weltklassespieler Bo Spellerberg und dem ehemaligen Schweizer Nationalspieler Andrija Pendic erfolgte vor einem Jahr ein erster Schritt dazu.

Geplatzter Königstransfer: Robert Weber

Auf die kommende Saison sollten aus der Bundesliga drei Spieler zu St.Otmar stossen: der slowenische Nationalgoalie Primoz Prost, der deutsche Zwei-Meter-Mann Jens Schöngarth als rechter Rückraumspieler sowie als Königstransfer der Weltklasse-Rechtsaussen Robert Weber, seines Zeichens Torschützenkönig in der Saison 2014/15 und während über zehn Jahren einer der besten und spektakulärsten Flügelspieler der Bundesliga. Zudem sollte der erfahrene Coach Zoltan Cordas Spielertrainer Spellerberg unterstützen. Des Weiteren stand Sebastian Kaiser, Bruder von Topskorer Severin und Sohn des Sportchefs, als zweiter Regisseur hinter Pendic auf dem Transferzettel. Ebenfalls weilte ein Kreisläufer aus der Bundesliga für ein Probetraining in St.Gallen.

Der 33-jährige Vorarlberger Weber ist beim deutschen Traditionsverein SC Madgeburg mittlerweile Rekordtorschütze mit über 2000 Treffern. Wegen «fehlender Wertschätzung» verlässt er den Club Ende Saison. Schnell einmal wurde der Linkshänder aus Hard mit St.Otmar in Verbindung gebracht. Die «Vorarlberger Nachrichten» titelten Anfang April bereits: «Verlorener Sohn vor Rückkehr in die Region». Doch die Gerüchte über den Wechsel zu St.Otmar kommentierte Weber wie folgt:

«Ich werde mich dazu nicht äussern und das Gerücht weder bestätigen noch verneinen.»

Auch St.Otmars Sportchef Kaiser sagte am 4. April gegenüber dieser Zeitung: «Ich kann das weder bestätigen noch dementieren. Wir werden in der kommenden Woche kommunizieren.» Danach wurde es jedoch still rund um den St.Galler Traditionsverein. Bis am Freitag.

Schon zweimal am Niedergang vorbeigeschrammt

Die namhaften Zugänge hätten wohl eine weitere Erhöhung des Budgets nötig gemacht. Bereits auf diese Saison hin wurde dieses um 200 000 Franken auf 1,8 Millionen erhöht. Nun hat St.Otmars Vorstand Kaisers Transferoffensive den Riegel vorgeschoben. Wohl auch, um langfristig einem erneuten finanziellen Kollaps vorzubeugen.

Zweimal geriet der St.Galler Traditionsverein bereits in Schräglage und schrammte am Konkurs vorbei. Durch Misswirtschaft häufte St.Otmar im Februar 2007 über eine halbe Million Franken Schulden an. Nach der zwischenzeitlichen Sanierung betrugen die Verbindlichkeiten im Mai 2009 sogar 800 000 Franken. Seither bewegte sich der Verein finanziell in ruhigen Gewässern, musste jedoch zweimal in die Abstiegsrunde.

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