Kleinere Brötchen bei Brühl, weniger Strombedarf bei Abtwil, Trainings bald wieder für alle – so geht es nach dem Saisonabbruch weiter bei den regionalen Fussballclubs 

Der Schweizerische Fussballverband (SFV) hat die Saison in allen Ligen ab der Promotion League abgebrochen. So reagieren die Amateurvereine aus der Region St.Gallen.

Ives Bruggmann
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Der Ball rollt im Amateurfussball frühestens wieder in der kommenden Saison wieder.

Der Ball rollt im Amateurfussball frühestens wieder in der kommenden Saison wieder.

Bild: Michel Canonica

Der Zentralvorstand des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) hat als Folge des Entscheids des Bundesrates beschlossen, alle derzeit ausgesetzten Meisterschafts- und Cupwettbewerbe ab Promotion League abzubrechen. Trotz des erlaubten Trainings ab dem 11. Mai gibt es immer noch massive Einschränkungen, insbesondere ausserhalb des Leistungssports (maximal fünf Personen, kein Körperkontakt). Entsprechend bezeichnet der SFV den Abbruch der laufenden Saison als alternativlos. Laut SFV wird es keine Auf- und Absteiger in den Amateur-Ligen geben. So gehen die Vereine mit der Situation um:

Heris Stefanachi, Trainer SC Brühl, Promotion League

«Der Entscheid war absehbar. In der nächsten Saison starten wir wieder bei Null. Was bereits sicher ist: Die Coronakrise wird Auswirkungen auf den SC Brühl haben. Das hatte der Verein auch schon kommuniziert.

Wir müssen kleinere Brötchen backen und werden mit ganz anderen Zahlen arbeiten.
Heris Stefanachi, Cheftrainer des SC Brühl.

Heris Stefanachi, Cheftrainer des SC Brühl.

Bild: Urs Bucher

Es wird viele Veränderungen sowie eine grössere Umstrukturierung geben. Wir sind bereits voll in der Planung der kommenden Saison. Wir haben bereits mit allen Spielern gesprochen, natürlich unter Einhaltung des Sicherheitsabstandes. Betreffend Trainings müssen wir abwarten, ob das Schutzkonzept von den Behörden genehmigt wird. Sind ab 11. Mai wieder Trainings möglich, geht es zuallererst um die Freude am Fussball. Um den Kontakt und die Gespräche. Nun haben wir wieder ein Ziel vor Augen: die nächste Saison.»

Carlo Troisi, Präsident FC Gossau, 1. Liga

«Wir sind froh, dass der Entscheid da ist. Nun können wir planen. Organisatorisch wartet jedoch auf den FC Gossau eine Mammutaufgabe. Der Abbruch des Spielbetriebs sowie die bundesrätlichen Bestimmungen bedeuten für den Verein grosse finanzielle Ausfälle.

Fallen das Abschlussfest, der Maimarkt, wo wir jeweils mit dem Fussballclub präsent sind, und der Sponsorenlauf aus, kann das in der Summe bis zu 50'000 Franken ausmachen.

Dazu fehlen uns die Einnahmen der Clubbeiz und die Eintrittgelder. Deshalb bemühen wir uns, dass der Sponsorenlauf zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden kann. Weil wir die Sportanlagen nicht benutzen durften, sind wir mit der Stadt betreffend einer Reduzierung der Miete in Kontakt getreten. Den Trainingsbetrieb, falls er ab 11. Mai erlaubt wird, wollen wir nicht von 0 auf 100 hochfahren, sondern Stück für Stück. Die Schutzkonzepte müssen zwingend eingehalten werden. Trainer Patrick Winkler hat bereits Vorstellungen, wie er die Trainings gestalten will. Ich bin sicher, dass wir nicht abgestiegen wären. Dennoch gibt uns der Entscheid nun Planungssicherheit, was die Zugehörigkeit zur 1. Liga anbelangt. »

Martin Osterwalder, Präsident FC Abtwil-Engelburg, 2. Liga

«Für uns war der Entscheid des Verbandes keine Überraschung mehr. Er ergibt natürlich Sinn. Der Aufwand wäre wohl zu gross gewesen, nur um die Saison noch zu beenden. Kommerziell trifft der Entscheid den FC Abtwil-Engelburg nicht so sehr, weil wir den Spielern ohnehin keine Löhne bezahlen.

Zudem hatten wir in den vergangenen Wochen deutlich weniger Strombedarf.

Mit dem Trainerteam der ersten Mannschaft haben wir die Verträge verlängert, auch um Sicherheit auf beiden Seiten zu schaffen. Was uns freut, ist, dass der Verband Trainings in Kleingruppen ab dem 11.Mai in Aussicht stellt. Das wäre ein erster Schritt in Richtung Normalität, denn vielen Leuten fehlt das Vereinsleben.» 

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