Kleine Wolken zum Trainingsstart

Nach der vierwöchigen Winterpause nimmt der FC St. Gallen den Trainingsbetrieb wieder auf. Nicht alle Mann sind dabei an Bord. Erwarteter Abwesender ist Ermir Lenjani – er steht vor dem Wechsel nach Frankreich zu Rennes.

Christian Brägger
Drucken
Teilen
Lockerer Aufgalopp, gebolzt wird später: Die erste Mannschaft des FC St. Gallen nimmt mit einem Lauf um den Gübsensee den Trainingsbetrieb zur Vorbereitung auf die Rückrunde auf. (Bild: Urs Bucher)

Lockerer Aufgalopp, gebolzt wird später: Die erste Mannschaft des FC St. Gallen nimmt mit einem Lauf um den Gübsensee den Trainingsbetrieb zur Vorbereitung auf die Rückrunde auf. (Bild: Urs Bucher)

FUSSBALL. Trotz stahlblauen Himmels war es gestern morgen um 10 Uhr in St. Gallen bitterkalt; so kalt, dass wohl keiner freiwillig um den Gübsensee im Westen der Stadt joggen möchte. Derweil absolvierten die Profis des FC St. Gallen nach vier Wochen Ferien zum Trainingsauftakt gutgelaunt ihre Laufrunden. Und sogar die Sonne sagte den Spielern zum Start «Hallo» und begrüsste sie trotz der Minusgrade mit ihrem schönsten Lächeln.

«Wenn möglich der Cupsieg»

Sobald Trainer Jeff Saibene die Zügel anziehen und die Kadenz steigern wird, dürfte den Akteuren das Lachen spätestens vergehen. Er wolle die gute Ausgangslage in der Super League nicht fahrlässig aufs Spiel setzen, sagte der Luxemburger. Und im Schweizer Cup strebe er «wenn möglich den Titel an».

Nun hat der Luxemburger mit täglich zwei Einheiten – am Morgen Ausdauer und Kraft, am Nachmittag mit dem Ball – knapp fünf Wochen Zeit, gemeinsam mit Co-Trainer Daniel Tarone das Team bis zum Rückrundenstart am 7. Februar gegen den FC Zürich auf Vordermann zu bringen. Bereits heute steht der Yoyo-Test an, der anhand der gemessenen Pulsfrequenz erste Anhaltspunkte über den Fitness-Zustand der Spieler liefert. Zudem werden ihre individuellen Trainingsprogramme der letzten zwei Ferienwochen anhand eines GPS-Senders ausgewertet. Hat auch nur ein Akteur eine Pflicht-Einheit ausgelassen, wird die ganze Mannschaft mit morgendlichen Trainings um 7 Uhr in der Früh bestraft. Saibene sagt: «Ich gehe schwer davon aus, dass alle ihre Hausaufgaben gelöst haben.»

Lenjani – Zeichen auf Trennung

Derweil alle Anwesenden – Staff inklusive – fröhlich ihre Runden drehten, taten sich bei genauerem Betrachten kleinere Wolken über dem Himmel des FC St. Gallen auf. Eine Wolke mit grösserem Schattenwurf dürfte wohl die «Causa Ermir Lenjani» sein. Der linke Aussenverteidiger weilte zu medizinischen Tests in Frankreich und wird höchstwahrscheinlich in der Ligue 1 einen Vertrag mit Rennes unterschreiben. Wechselt er sofort, wird eine Ablösesumme fällig. Saibene sagt: «Solche Tests zeigen immer, dass die Verhandlungen weit fortgeschritten sind.» Der Weggang des wechselwilligen Albaners ist bei genauerem Betrachten indes nicht so gravierend, zumal seine Berater ihn im Ausland fast ständig irgendwelchen Clubs anbieten und mit Mickaël Facchinetti der Backup bereitsteht. Der Coach sagt: «Für Lenjani würden wir aber nochmals einen Transfer tätigen.»

Ebenfalls fehlte Everton, der aus noch ungeklärten Gründen den Rückflug aus der Heimat Brasilien in die Schweiz verpasst hatte. Indes weilte Marco Aratore aus freudigem Anlass im Spital – zum zweitenmal blickte er Vaterfreuden entgegen. Während Daniel Sikorski bis nächste Woche ein Probetraining mit Vaduz absolviert. Kleine Wolken also, aber viel Sonne beim FC St. Gallen.

Philippe Montandon Captain FC St. Gallen (Bild: Hanspeter Schiess)

Philippe Montandon Captain FC St. Gallen (Bild: Hanspeter Schiess)