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Kleine Gesten fördern Fairness

Inspizient Ernst Schläpfer beurteilt in Kreuzlingen ein Schiedsrichter-Trio. Er sieht eine Spielleitung, die deutlich über dem Durchschnitt liegt – und in zwei Momenten entscheidend beeinflusst wird.
Beni Bruggmann
Inspizient Ernst Schläpfer beobachtet die Spielleiter in Gelb. (Bild: Mario Gaccioli)

Inspizient Ernst Schläpfer beobachtet die Spielleiter in Gelb. (Bild: Mario Gaccioli)

FUSSBALL. Sportplatz Hafenareal Kreuzlingen. Samstag 17.45 Uhr. Spiel Kreuzlingen gegen St. Margrethen. Die Positionen sind bezogen: Beide Teams sind aufgestellt, Schiedsrichter Eduardo Gil steht am Mittelkreis, seine beiden Assistentinnen Nina Böhner und Linda Schmid sind an beiden Seitenlinien bereit, und Inspizient Ernst Schläpfer überblickt von der Stehrampe aus den Platz, das Notizblatt auf dem kleinen Tisch vor sich. Anpfiff.

Eine schwierige Aufgabe

Es ist ein hektisches Spiel zu erwarten. In der Vorrunde siegte St. Margrethen 4:2. Damals gab es je drei gelbe Karten sowie eine rote für den Kreuzlinger Damian Gimenez. Und: St. Margrethen ist in der Fairness-Rangliste ganz hinten. Mit 72 Strafpunkten liegen die Rheintaler schweizweit auf dem vorletzten Platz. Rang 83, das ist kein Ruhmesblatt. Nur in Ascona wird noch unfairer gespielt. Aber die Partie verläuft diesmal anders. Die Fakten sprechen den Rheintalern ein grosses Kompliment aus: Elf Fouls im ganzen Spiel und keine einzige Verwarnung. Auch Kreuzlingens Spieler fallen nicht negativ auf. Nach 90 Minuten und einem ungefährdeten 3:0 für die Thurgauer stellt der Inspizient fest: «Das war eine tadellose Spielleitung.» Wenn man den Grund dafür sucht, findet man ihn in zwei Details am Anfang des Spiels. Schläpfer hat sie genau in Erinnerung. Nach sieben Minuten reklamiert St. Margrethens Abwehrspieler Ibrahim Erbek lautstark beim Schiedsrichter. Die Linienrichterin soll seiner Ansicht nach ein Abseits übersehen haben. Spielleiter Gil geht ruhig zum Spieler hin und ermahnt ihn. Er hat sich damit hinter seine Linienrichterin gestellt und Einheit dokumentiert.

Der Chef auf dem Platz

Als St. Margrethens Spieler ein Handspiel vermuten und einen Penalty verlangen, ist die Geste eindeutig: Kein Hands, weiterspielen. So wusste jedermann, wer Chef auf dem Platz ist. Und diese Chef-Rolle spielt der Schiedsrichter unaufdringlich. Er wirkt sportlich, ist aufmerksam und hat eine Linie. Vom Inspizienten lautet das abschliessende Urteil deshalb: «Er fällt nicht auf, und er ist von den Spielern akzeptiert.»

Ernst Schläpfer ist für das Gespräch, das lange nach Spielschluss in der Kabine der Schiedsrichter stattfindet, vorbereitet. Er kann viel Positives sagen. Und das Spielleitertrio wird mit gutem Gefühl heimreisen. Manchmal gibt es bei einem Fussballspiel eben mehr als nur ein Siegerteam.

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