KLASSIKER: Die Saslong hat 50 Jahre auf den Buckeln

Val Gardena rüstet sich zum grossen 50-Jahr-Jubiläum. Die Saslong bietet mit den Kamelbuckeln eine der spektakulärsten Stellen des Ski-Weltcups. Neben dem Super-G von heute und der Abfahrt von morgen steigt eine Show, die ein Spektakel werden soll.

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Ausgelöst wurde alles 1967 im fernen Libanon. Der FIS-Kongress vergab in Beirut die Ski-WM für 1970 ins Südtirol nach Val Gardena. Bereits ein Jahr zuvor, in der Saison 1968/69, fand die Hauptprobe für ein Rennen statt, das sich schon bald den Status eines Klassikers sicherte. Das soll nun im 50. Winter seit der Premiere gefeiert werden. Eine Lichtshow mit Spezialeffekten, Einlagen von Seiltänzern und Feuerschluckern, historische Bilder und mehr wird heute Abend im Zielraum geboten. Prominenz von Franz Klammer bis Pirmin Zurbriggen ist angesagt.

Die falsche Hymne für Bernhard Russi

Vor allem aus Schweizer Sicht ­erinnert man sich gerne an die Anfänge auf der Saslong. Die erste von bisher 54 Weltcup-Abfahrten ging am 14. Februar 1969 mit dem Sieg des Waadtländers Jean-Daniel Dätwyler zu Ende. 1970 fuhr damals völlig überraschend Bernhard Russi zum WM-Titel, nachdem vier Tage zuvor bereits Annerösli Zryd Weltmeisterin geworden war. Tränen liefen Russi bei der Siegerehrung über die Wangen, als die ersten Töne der Nationalhymne erklangen. Er merkte nicht einmal, dass anstatt dem Schweizer Psalm die Hymne Grossbritanniens lief. 14 Abfahrtssiege konnten die Schweizer auf der Saslong einfahren. Nur die Österreicher sind mit 18 Erfolgen erfolgreicher.

Uli Spiess übersprang die Kamelbuckel als erster

Die Saslong verfügt mit den Kamelbuckeln und der Ciaslat über Passagen, die jeder Ski-Fan kennt. Die drei Höcker sind die spektakulärste Stelle der 3,4 -km-Strecke. Vor dem ersten Überflug durch den Österreicher Uli Spiess im Training 1980 sprangen die Athleten noch vor jeder Erhebung ab. Mittlerweile wird der erste Buckel gedrückt oder umfahren, während man vom zweiten über den dritten springt. An die 70 Meter weit geht es, bei bis zu sechs Meter Luftstand. Die Strecke kennt aber auch Flachstücke, die oft für Umstürze sorgten. Marc Girardelli war 1993 mit Startnummer 30 zur Bestzeit ­gefahren und gab schon Siegerinterviews. Doch dann war mit Nummer 52 Werner Franz noch etwas schneller. Gewonnen hat auch er nicht. Dies blieb dem Liechtensteiner Markus Foser mit Nummer 66 vorbehalten. (sda)

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