KLASSENUNTERSCHIED: Vom Doppelhattrick bis zur Verlängerung

Wenn der FC Wil im Cup heute um 18 Uhr auf das vier Ligen tiefer spielende Arbon trifft, sind die Gefühle gemischt. An einem 2.-Liga-Club scheiterte Wil 2014 fast. Stürmer Andelko Savic hingegen hat schon sieben Tore in einem Cupspiel erzielt.

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Der FC Wil und Erstrundenpartien im Cup: eine vorbelastete Sache. Seit dem Abstieg aus der Super League 2004 ist er viermal in der Startrunde an einem unterklassigen Verein hängen geblieben. Auch vor Jahresfrist, als nach einem peinlichen Auftritt eine 2:4-Niederlage gegen das um zwei Ligen tiefer spielende Stade Lausanne Ouchy resultierte.

Vor dem heutigen Vergleich mit einem 2.-Liga-Verein rückt das Spiel gegen Henau von 2014 in Erinnerung. Gegen den damaligen Zweitligisten quälten sich die Wiler 120 Minuten, ehe der 3:2-Sieg gesichert war. Der heutige Captain Marko Muslin erzielte per Kopf den entscheidenden Treffer. Auch darum nimmt man das Spiel bei den Wilern nicht auf die leichte Schulter. Gegner Arbon wurde am Dienstag beim Testspiel in Romanshorn beobachtet. «Da wird gute Arbeit geleistet. Arbon hat einen guten Kader. Nach unserem Spiel am Mittwoch in Genf geht es darum, geistige und körperliche Frische an den Tag zu legen», sagt Wils Trainer Konrad Fünfstück.

Auch mehr als sieben Tore wären möglich gewesen

Ganz andere Erfahrungen mit einem Club aus der 2. Liga hat Stürmer Andelko Savic gemacht. Der einstige Schweizer Nachwuchsinternationale spielte vor Jahresfrist mit dem damaligen Challenge-League-Verein Le Mont gegen Donneloye, einen Waadtländer Vertreter der sechst­höchsten Spielklasse. Beim 14:0-Sieg gelang Savic das Kunststück eines Doppelhattricks. Sechs Treffer erzielte er vor der Pause, einen zusätzlichen danach. «Ich hätte noch weitere Tore erzielen können. Doch ich wollte auch meinen Teamkollegen die Möglichkeit geben zu treffen», sagt Savic. Trotzdem hebt auch er den Mahnfinger: «Für den Gegner ist es das Spiel des Jahres. Wir müssen in die Partie steigen, als würden wir gegen Basel spielen.» Helfen würde, wenn Savic so früh träfe wie vor Jahresfrist in der Waadt, als er noch vor Ablauf der ersten Minute einnetzte. Gelingt dies auch heute, wäre es gleichbedeutend mit dem ersten Wiler Tor dieser Saison vor der Halbzeitpause. Wie auch immer: Ein ­Wiler Sieg ist absolute Pflicht.

Simon Dudle