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FC Wil: Wohltätig trotz Geldsorgen?

Der FC Wil schenkt seinen besten Werbeplatz einem sozialen Projekt. Und hofft auf Unternehmen, die für dieses Projekt und den Club in die Tasche greifen. Weshalb so uneigennützig, obschon man auf Sparkurs ist?
Ralf Streule
Wils Nick von Niederhäusern im Spiel gegen Kriens. Auf der Brust prangt der neue Schriftzug. (Bild: Marc Schumacher/freshfocus)

Wils Nick von Niederhäusern im Spiel gegen Kriens. Auf der Brust prangt der neue Schriftzug. (Bild: Marc Schumacher/freshfocus)

Eigentlich sollte die Partie des FC Wil gegen Rapperswil im Zentrum der gestrigen, gross angekündigten Medienkonferenz stehen. Immerhin geht es morgen um 17.30 Uhr im Heimspiel ums «Kantons-Spitzenderby» zwischen dem Zweiten und Dritten der Challenge League. Trainer Konrad Fünfstück, die Spieler Nick von Niederhäusern und Nias Hefti gaben Auskunft. Am Ende standen aber dennoch andere Fragen im Zentrum, als sich im zweiten Teil der neue Trikotsponsor des FC Wil vorstellte.

Seit dieser Saison prangt der Schriftzug «Mahrberg Library» auf der Brust der Wiler Spieler. Namensgeber ist die Mahrberg Gruppe, ein Vermögensverwaltungsunternehmen mit Sitz in Liechtenstein. Dessen Verwaltungsratsvorsitzender ist Erwin Maria Spari, seine Frau Fleur gründete «Mahrberg Library», ein von einer Stiftung finanziertes, weltweit tätiges Sozialprojekt für Bildung von Kindern in Entwicklungsländern. Da der Fussball eine «Integrationsstätte» sei und gerade im Nachwuchs­bereich auch ein soziales Projekt, schätze man die neue Zusammenarbeit, so Erwin Maria Spari.

Erwin Maria Spari und Fleur Spari sind die Verantwortlichen des Sozialprojekts "Mahrberg Library". (Bild: Gianluca Lombardi)

Erwin Maria Spari und Fleur Spari sind die Verantwortlichen des Sozialprojekts "Mahrberg Library". (Bild: Gianluca Lombardi)

100'000 Franken ist der Werbeplatz in etwa wert

Auch beim FC Wil spricht man vom sozialen Engagement, das bei der Sache im Zentrum stehe. Und man zieht mit einem Augenzwinkern Vergleiche zum FC Barcelona, der längere Zeit das Kinderhilfswerk Unicef gratis auf dem Trikot werben liess. FC-Wil-Präsident Maurice Weber erklärt, auch Wil erhalte kein Geld von «Mahrberg Library». – Tatsächlich? Rund 100'000 Franken ist der Brustplatz auf den Trikots von Challenge-League-Teams durchschnittlich wert, sagen Kenner. Kann es sich der FC Wil trotz Sparprogramm leisten, sich für Wohltätiges einzusetzen? Und werden nicht Gönner vor den Kopf gestossen, die den Club unterstützen?

Nun, ganz so uneigennützig wie vom Verein zunächst präsentiert, ist die Aktion vielleicht doch nicht. Weber spricht nach der Medienkonferenz von einem «Wagnis», sagt aber auch, man sei auf gutem Weg, mehrere Unternehmen zu finden, die das Wiler Engagement unterstützten und sowohl für das Projekt als auch den Club in die Tasche greifen würden. Ob es sich dabei um Unternehmen handelt, die der Mahrberg Gruppe angeschlossen sind, ist nicht zu erfahren. Jedenfalls gibt es Personen im Umfeld des Clubs, die davon ausgehen, dass Wil mit dem neuen Vertrag besser bedient sein wird als zuvor, als die Küchenbau Hans Eisenring AG Haupt-Trikotsponsor war. Deren Schriftzug steht nun auf dem Rücken der Spieler.

Sparis engagieren sich auch im Nachwuchsprojekt FCO

Was sicher ist: Die Familie Spari hat nicht nur in der Finanzwelt und in Hilfsprojekten ihre Spuren hinterlassen, sondern auch seit längerem schon im Ostschweizer Fussball. Sparis wohnen im thurgauischen Roggwil, zwei Söhne spielen selbst Fussball, einer von ihnen im Ostschweizer Nachwuchsprojekt Future Champs (FCO). Auch dieses wird von ­Spari unterstützt, «mit einem sehr namhaften Betrag und mit viel Herzblut», wie dort zu hören ist. Auch auf den Leibchen der FCO-Talente ist der Mahrberg-Schriftzug zu finden.

Weiter war Spari dem Vernehmen nach sogar sehr daran interessiert, zumindest Teile des FC-St. Gallen-Aktienpakets von Dölf Früh zu übernehmen, als dieser im vergangenen Herbst bekannt machte, seine Anteile verkaufen zu wollen. Das Aktienvorkaufsrecht der bisherigen ­Aktionäre soll diesen Verkauf verhindert haben.

Kantons-Spitzenderby

Nach drei Wochen ohne Meisterschaftsspiel fiebert der FC Wil der morgigen Partie gegen Rapperswil-Jona in der IGP Arena entgegen. Ab 17.30 Uhr heisst es: Zweiter gegen Dritter der Challenge League. Es gelte, nach vier Spielen auf Naturrasen die Umstellung auf Kunstrasen zu finden, sagt Wil-Trainer Konrad Fünfstück. Im Verein ist von durchwegs guter Stimmung zu hören – auch der 1:0-Cupsieg gegen Wohlen habe dazu beigetragen, obschon er nicht hoch ausgefallen sei, so Fünfstück. Gegen das von Urs Meier trainierte Rapperswil sei viel Gegenwehr zu erwarten. Explizit erwähnt der Trainer den ehemaligen St. Galler Stéphane Nater, der Dreh- und Angelpunkt beim Gegner sei. (rst)

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