Keine Spur von Pessimismus

Frauenfeld verliert in der zweiten Liga interregional zum zweiten Mal nacheinander. Das 1:2 gegen den SV Schaffhausen beunruhigt Dominik Signer aber überhaupt nicht.

Beni Bruggmann
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Dominik Signer Spieler FC Frauenfeld (Bild: Mario Gaccioli)

Dominik Signer Spieler FC Frauenfeld (Bild: Mario Gaccioli)

FUSSBALL. «Beliebt. Ein Vorbild», sagt der Präsident. «Solid. Eine Stütze», sagt der Trainer. «Gradlinig. Ein Teamspieler», sagt der Trainerassistent. Die Rede ist von Dominik Signer, Student der Elektrotechnik und Fussballer beim FC Frauenfeld. Er ist 23jährig, und die Zahl 23 steht auch auf seinem Rücken.

Eigentlich müsste Dominik Signer unglücklich sein. In Frauenfeld aufgewachsen, spielt er schon als Junge beim FC Frauenfeld. Bald besucht er die Fussballschule Bürglen, spielt im Team Thurgau. Er wechselt zu Wil, fasst dort in den Nachwuchsteams Fuss. Mit 18 Jahren kommt er seinem Ziel, Profifussballer zu werden, immer näher. Er bestreitet sogar Testspiele mit der ersten Mannschaft. Doch dann hindern ihn Hüftprobleme während eineinhalb Jahren am Fussballspielen. Ja, eigentlich müsste er unglücklich sein.

Nicht so schlimm

Nun spielt er wieder, daheim, bei Frauenfeld in der zweiten Liga interregional. Am Samstagabend gibt es für Signer noch einen zweiten Grund, unglücklich zu sein. Sein Team, das erfolgreichste der Rückrunde, hat soeben gegen den Abstiegskandidaten SV Schaffhausen mit 1:2 verloren und eine schwache Leistung gezeigt. Nach dem Spiel gibt er Auskunft – und strahlt trotz allem. Als erstes sagt er: «Diese Niederlage ist nicht so schlimm, sie ist kein Weltuntergang.» Und sofort erwähnt er die erfolgreiche Rückrunde. Derzeit belegen die Thurgauer in ihrer Gruppe den siebten Platz.

Signer ist nach dieser Niederlage nicht unglücklich, und er hadert auch nicht wegen der verpatzten Karriere. Er geniesst es, dass er wieder spielen kann, und dies in einer Mannschaft, in der es ihm sehr wohl ist: «Wir haben eine Superstimmung im Team. Der Trainer bleibt ein weiteres Jahr, und der grösste Teil der Mannschaft auch. Ich freue mich auf die neue Saison.»

Attraktiver Schluss

In der ersten Halbzeit spielt er rechter, in der zweiten linker Aussenverteidiger. «Ich spiele gern auf dieser Position, ob links oder rechts, ist mir egal», sagt er. Und weil er mit seinen 1,72 m zu den Kleineren gehört, sichert er bei Eckbällen hinten ab und lässt die Kopfballspezialisten in den Strafraum gehen. Sollte es dann zum Konter kommen, ist er mit seiner Schnelligkeit zur Stelle. Signer hat keine Angst, dass sein Team nach der Niederlage wie auch schon in eine Negativserie gerät: «Ich freue mich auf die letzten Spiele. Schliesslich erwarten uns gegen Kreuzlingen und Sirnach noch zwei Derbys.»

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