Keine Geschenke

St. Otmar bringt die NLA-Handballer von Fortitudo Gossau weiter in Abstiegsgefahr. Der Club aus der Kantonshauptstadt gewinnt das Heimspiel gegen den Nachbarn 31:29.

Daniel Good
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Lukas Linde, einer der jungen Spieler im Team St. Otmars, setzt sich im Angriff gegen den Gossauer Niels Ham durch. Linde gelingt ein Tor. (Bild: Michel Canonica)

Lukas Linde, einer der jungen Spieler im Team St. Otmars, setzt sich im Angriff gegen den Gossauer Niels Ham durch. Linde gelingt ein Tor. (Bild: Michel Canonica)

Daniel Good

Fortitudo Gossau hätte das gestrige Spiel der NLA-Abstiegsrunde aus zweierlei Gründen gewinnen müssen. Der Tabellenletzte Fortitudo führte gegen den Kantonsrivalen lange und mit bis zu vier Toren Vorsprung. Erst in der Schlussphase bewerkstelligte St. Otmar die Wende, als sich die Gossauer mit einer miserablen Chancenauswertung selber in Rücklage brachten und schliesslich 29:31 verloren. In der zweiten Spielhälfte wehrte St. Otmars Goalie Michal Shejbal auch drei Penaltys der Gossauer ab.

Die Niederlage in St. Gallen ist für Fortitudo doppelt ärgerlich. Denn Basel, der schärfste Konkurrent im Kampf gegen den Abstieg, setzte sich am Wochenende auswärts gegen GC Amicitia Zürich 32:27 durch und vergrösserte den Vorsprung auf den letzten Tabellenplatz auf fünf Punkte. «Solche Spiele müssen wir einfach gewinnen», sagte Gossaus Regisseur Valon Dedaj nach der Partie gegen St. Otmar.

Ein Basler entscheidet das St. Galler Derby

Der 27-jährige Dedaj war einst Junior St. Otmars. Nun ist er schon viele Jahre ein Schlüsselspieler in Gossau. Gestern verbuchte der kosovarische Nationalspieler fünf Tore aus sieben Versuchen. «Leider reichte es wieder nicht, weil wir vor dem gegnerischen Tor einmal mehr zu wenig kaltschnäuzig waren.» Es war beileibe nicht die erste knappe Niederlage Fortitudos in dieser Saison.

Gewinnen muss Gossau nun am Mittwoch auswärts gegen Basel, sonst ist der Abstieg nach neun Saisons in der NLA kaum mehr vermeidbar. «Aufgeben kennt Gossau nicht», sagt Dedaj.

St. Otmar hingegen, einer der erfolgreichsten Clubs im Schweizer Handball, ist wohl so gut wie gerettet. Eine Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit genügte, um Gossau einmal mehr abzuweisen. Auch ersatzgeschwächt verfügt St. Otmars Team über mehr Klasse als der mit einem bescheidenen Budget wirtschaftende Club aus Gossau. Im 20. Derby ergatterte St. Otmar den 14. Sieg, Gossau gewann fünfmal. Das nächste Spiel zwischen den beiden St. Galler NLA-Mannschaften findet am 25. März in Gossau statt.

Matchwinner für St. Otmar war mit Severin Kaiser ein Basler. Er ist eigentlich linker Flügel. Der 22-Jährige spielte gegen Gossau aber meistens auf der Position des Regisseurs. Denn der talentierte Thierry Gasser erhielt nach einem Foul schon in der 19. Minute die rote Karte. Der 18-jährige Gasser ist im Rückraum der Ersatz für den verletzten Topskorer Ondrej Zdrahala. Erfolgreichster Torschütze St. Otmars gegen Gossau war Kaiser mit acht Treffern. Dominik Jurilj traf fünfmal und erfüllte das Soll.

Training statt Fasnacht für den Matchwinner

Bei St. Otmar könnten sie es sich nun überlegen, Gossau Schützenhilfe zu leisten. Denn der Nachbar garantiert viele Zuschauer und tiefe Reisekosten. Gestern waren 1000 Zuschauer in der Kreuzbleichehalle. So viele wie seit langem nicht mehr. Geschenke zu verteilen, kommt für Kaiser aber nicht in Frage. «Wir wollen jedes Spiel gewinnen, denn in der kommenden Saison ist das Playoff das Ziel. Der Weg dorthin beginnt schon jetzt», sagt Kaiser. An der Fasnacht war der Basler nur kurz. «Das Training in St. Gallen geht vor», sagt er.