Keine Ferien ohne Velo

RAD. Radfahrer Lukas Spengler (16/RRC Diessenhofen) aus Thayngen fährt erstmals mit der U19-Nationalmannschaft an eine Junioren-EM. Im italienischen Offida hofft er auf einen Platz unter den Top 15.

Stephanie Martina
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Vorne mit dabei: Wie im Rennen durch Diessenhofen (Bild) möchte Lukas Spengler auch an der EM in Italien an der Spitze mitfahren. (Bild: pd)

Vorne mit dabei: Wie im Rennen durch Diessenhofen (Bild) möchte Lukas Spengler auch an der EM in Italien an der Spitze mitfahren. (Bild: pd)

Rad. Während andere für die Sommerferien ihre Badehose und die Strandmatte einpacken, rüstet Lukas Spengler seine Veloausrüstung. Der 16-Jährige aus Thayngen fährt in wenigen Tagen an die Junioren-Europameisterschaften im italienischen Offida, die vom 14. bis am 17. Juli stattfinden. «Für mich gibt es keine Ferien ohne Velo – und schon gar nicht Sommerferien. Meine freien Tage beziehe ich hauptsächlich, wenn Rennen anstehen», sagt Spengler.

Eigentlich wollte er neben dem Strassenrennen auch am Zeitfahren vom Donnerstag, 14. Juli, teilnehmen. Doch zwischen Zeitfahren und Strassenrennen liegt nur ein Ruhetag. «Zeitfahren ist hart, da ist die Pause zwischen den beiden Rennen einfach zu kurz», erklärt er. Daher setze er ganz auf das Strassenrennen, weil seine Chancen da besser stünden.

«Nati»-Aufgebot erhalten

Bevor er mit dem Schweizer U19-Team heute Donnerstag nach Italien aufbricht, trifft sich die Elite, bestehend aus sechs jungen Schweizern, in Luxemburg. Dort findet vom 9. bis am 10. Juli der Grand Prix Général Patton statt – ein Rennen über zwei Etappen. Für Spengler ist es nicht nur wichtig, das Rennen erfolgreich zu meistern, sondern vor allem auch, seine Teamkollegen und den Nationaltrainer kennenzu- lernen, zumal er vor wenigen Tagen erstmals das Aufgebot für die «Nati» bekam. «An der Schweizer Meisterschaft fuhr ich auf den zweiten Platz. Mit diesem Resultat konnte ich mich für die EM in Italien qualifizieren», freut er sich.

Hart und vielseitig

Spengler hat sich seine Leidenschaft auch gleich zum Beruf gemacht. Seine Ausbildung zum Velomechaniker bringe ihm aber keine Vorteile gegenüber der Konkurrenz. «Jeder kennt sein Material und weiss damit umzugehen. Aber Velos und der Radsport faszinieren mich einfach. Ich mag es, weil es ein harter Sport ist und man vielseitig sein muss», erklärt er. Man müsse nicht nur die Technik drauf haben, sondern auch Ausdauer besitzen und den Verlauf des Rennens lesen können.

Nach der Lehre möchte Spengler Radprofi werden. «Der Weg dorthin ist noch weit. Aber irgendwann möchte ich vom Sport leben können», sagt er. Um sich diesen Traum zu erfüllen, trainiert er wöchentlich 12 bis 16 Stunden rund um Thayngen. Meist alleine, manchmal mit seinem Bruder oder mit seinem Vater, der früher selbst Elitefahrer war. An Rennen tritt Spengler für den RRC Diessenhofen an. Im Verein trainiere er aber nur noch selten.

Erstes Rennrad

Lukas Spenglers Karriere geht steil aufwärts. Noch vor etwas mehr als einem Jahr war Biken sein grosses Hobby. Dann bekam er sein erstes Rennrad geschenkt und kurz darauf machte er an einem Rennen mit und wurde Fünfter von 30 Fahrern.

Auch in diesem Frühling konnte er an der Waadtländer Rundfahrt mit dem dritten Rang einen Erfolg feiern. An der EM erhofft sich der Thurgauer einen Platz unter den Top 15. «Das sollte realistisch sein, denke ich. Nur die Hitze von etwa 30 Grad könnte mir etwas zu schaffen machen», meint Spengler. Sein Ziel sei es, möglichst lange mitzuhalten, um gegen Ende richtig durchzustarten. Damit das gelingt, sei es wichtig, dass er im Windschatten anderer Athleten fahren könne und während der Fahrt rechtzeitig mit Energieriegeln verpflegt werde.