Kein Willkommensgeschenk in der vierten Liga

Erstmals in ihrer 140jährigen Clubgeschichte spielen die Glasgow Rangers nicht mehr in Schottlands Topliga. Die Auftaktpartie in der vierthöchsten Spielklasse gegen Peterhead endet 2:2. Und das ist nicht die einzige Schmach für die Konkurs gegangenen Rangers bei ihrem Neuanfang.

Matthias Hafen
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Ally McCoist und die Glasgow Rangers starten mit Mühe in die Saison. (Bild: imago)

Ally McCoist und die Glasgow Rangers starten mit Mühe in die Saison. (Bild: imago)

FUSSBALL. Die Schadenfreude ist gross und im ganzen Land spürbar. Die Glasgow Rangers, zusammen mit Celtic Glasgow jahrelang Gewinner so ziemlich aller Trophäen im schottischen Fussball, gingen im Februar Konkurs und müssen nun in der vierten Liga neu anfangen. Seit ihrer Gründung im Jahr 1872 gehörten die Rangers der höchsten Spielklasse an. Zum Neustart im Küstendorf Peterhead, 40 Kilometer nördlich von Aberdeen, betrat der erfolgsverwöhnte Club am vergangenen Wochenende Neuland. Anhänger des jahrelangen Rivalen FC Aberdeen stellten im Kreisel beim Ortseingang von Peterhead ein riesiges Banner auf, auf dem höhnisch geschrieben stand: «Willkommen in der vierten Liga».

Neues Trikot nicht erlaubt

Dass den Glasgow Rangers die Rückkehr an die Spitze des schottischen Fussballs nicht geschenkt wird, wurde spätestens auf dem Rasen deutlich. Obwohl Akteure wie der amerikanische Nationalspieler Maurice Edu, die nordirischen Internationalen Andy Little und Dean Shiels oder diverse langjährige schottische Nationalspieler dem Kader angehören, spielten die Rangers gegen Peterheads Amateure nur 2:2.

Und auch die Liga signalisierte, dass es für den Traditionsclub aus Glasgow keine Ausnahmen geben wird. Das neue Auswärtstrikot, das die Rangers nur zwei Tage vor dem Saisonauftakt mit viel Brimborium vorgestellt hatten, wurde für die Partie in Peterhead kurzerhand verboten, weil sich die schwarzen und blauen Farben zu wenig stark vom Trikot des Heimteams unterschieden. So musste der Ligakrösus mit seinen weissen Trainingsleibchen antreten – ohne Spielernamen und ohne den Glanz eines Originaltrikots.

Trotz dieser Rückschläge ist Teammanager Ally McCoist guter Dinge. Der frühere Stürmerstar der Rangers machte sich definitiv zur Legende, indem er dem Club auch nach dem Fall in die vierte Liga die Treue hielt. McCoist gelobt Besserung für das erste Heimspiel. «Ich hoffe, die Spieler haben ihre Lektion gelernt.»

30 000 Saisonkarten verkauft

Wenigstens können die Rangers auch am Tiefpunkt ihrer 140jährigen Geschichte auf einen beispielhaften Support zählen. Die 4500 Tickets für das Auswärtsspiel gegen Peterhead waren dank der Anhänger aus Glasgow innert 15 Minuten vergriffen. Zum ersten Heimspiel in der vierten Liga werden im Ibrox-Stadion der Rangers am kommenden Wochenende 40 000 Zuschauer erwartet. Fast 30 000 von ihnen besitzen eine Saisonkarte.