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Kolumne

Kein Grund für Sperre

WM-Kolumne
Fabian Lustenberger (30), Hertha BSC Berlin und Ex-Nationalspieler
Fabian Lustenberger (Bild: pd)

Fabian Lustenberger (Bild: pd)

Man stelle sich das vor: Die Schweiz gerät im zweiten WM-Spiel erneut in Rückstand und kehrt nach der Pause die Partie. Nun diskutieren aber die meisten über den Doppeladler. Schade, schade, denn dadurch rückt dieser tolle Sieg in den Hintergrund. Das extreme Echo, welches die Gesten von Xhaka und Shaqiri bei ihren Treffern ausgelöst hat, übertönt die sportliche Leistung der Schweizer Mannschaft. Für mich gibt es in diesem Fall sicher keinen Grund, Schweizer Spieler zu sperren, das wäre ein falsches Signal.

Die Schweiz hat jetzt aus diesen schwierigen beiden Spielen vier verdiente Punkte geholt – da sage ich: Kompliment, da hat das Team nicht viel falsch gemacht. Das gibt viel Selbstvertrauen. Jetzt muss die Schweiz gegen Costa Rica den Sack zumachen.

Aber ich wiederhole es nochmals: Ein solch anstrengendes, kräftezehrendes WM-Turnier kannst du nicht durchstehen, wenn du immer dieselben elf Spieler einsetzt. Darum glaube ich, dass es auch im letzten Gruppenspiel gegen Costa Rica Wechsel braucht, vielleicht schon zu Beginn, spätestens nach der Halbzeit.

Gegen wen also sollen wir – wenn wir die Gruppe überstehen – dann im Achtelfinal lieber spielen? Mexiko? Deutschland? Ich glaube, Mexiko ist einfacher zu schlagen, Punkt! Ich glaube, Deutschland hat mehr Qualität zu bieten, der deutsche Wagen kommt jetzt langsam ins Rollen.

Wenn ich mich jetzt entscheiden müsste, wer im Juli Weltmeister wird, dann ist das gar nicht so einfach. Die Grossen vermochten bislang zumeist noch nicht richtig zu überzeugen. Die Kleinen sind topfit, sind gut geschult und halten mit wenigen Ausnahmen gut mit. Belgien, ja, das scheint mir im Moment ein Kandidat zu sein. Die Belgier verfügen im Angriff und im Mittelfeld über hervorragende Einzelspieler, die alle einen Match entscheiden können.

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