Kommentar

Keine Aufstiegschancen für Kloten?

Kann es sich unser Hockey leisten, auf den EHC Kloten zu verzichten? Im zweiten Jahr nach dem unnötigsten Abstieg der Neuzeit wird diese Frage wieder aktuell.

Klaus Zaugg
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Pro Spiel eilen durchschnittlich 4785 Männer, Frauen und Kinder herbei, um den Darbietungen im Schluefweg beizuwohnen. Mehr als in Davos oben (4548) und in Rapperswil-Jona unten (4218). Inzwischen beschäftigen sich die «Klubgeneräle» der höchsten Liga wieder mit Kloten. Nach einer Serie von 12 Siegen und 13 Partien mit Punktgewinn in Serie ist ein Titelgewinn nicht mehr auszuschliessen. Und dann muss der Verlierer der Playouts gegen die wiederauferstandenen Zürcher den Platz in der National League verteidigen. Womöglich kommt es gar zu einer Revanche gegen die Rapperswil-Jona Lakers, die im Frühjahr 2018 auf Kosten von Kloten wieder aufgestiegen sind. Diese Revanche hätte wahrlich einen besonderen Reiz. Es wäre auch ein familiäres Duell: bei Kloten steht Dominic Nyffeler im Tor, bei Rapperswil-Jona sein Bruder Melvin.

Wie stünden die Chancen? Nicht gut für Kloten. Der Herausforderer hat gegen einen intakten Playout-Verlierer aus der höchsten Liga keine Chance. Nur wenn der NL-Vertreter in den Grundfesten erschüttert ist, durch Intrigen, Trainer- und Ausländerwechsel, gibt es einen Absteiger. Das war so, als Lausanne gegen Langnau (2013), Langnau gegen die Lakers (2015) und die Lakers gegen Kloten (2018) den Wiederaufstieg schafften.

Aber heute ist die Situation eine andere: Kloten hat zwar mindestens die Spielstärke der Aufstiegsteams von Langnau und Rapperswil-Jona, wahrscheinlich gilt das auch für den EHC Olten. Aber die meistgenannten Playout-Kandidaten – die Lakers und Ambri – sind wirtschaftlich und sportlich intakt und ein Trainerwechsel ist kein Thema. Kloten hat eigentlich nur eine Aufstiegschance, wenn Lugano, Fribourg, der SCB oder Langnau in die Liga-Qualifikation stürzen. Klubs, die nie damit rechnen, die aber nach wie vor nicht vor einer Verbannung in die Playouts und damit in die Liga-Qualifikation sicher sind. Oder durch eine Aufstockung der NL von 12 auf 14 Teams. Denn die Frage ist wirklich berechtigt, ob es sich unser Hockey leisten kann, auf Kloten zu verzichten.