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Kei – wie Sushi

Die Tennis-Festspiele in Basel sind eröffnet. Kei Nishikori, der unscheinbare Japaner, der sich auf der ATP-Tour immer mehr in den Vordergrund spielt, ist eine Attraktion – und eine Runde weiter.
Christian Brägger/Basel

Vorhang auf, Musik ab. Erst die Show, dann das Sportliche. Roger Brennwald, der Direktor der Swiss Indoors, fand stimmige Worte in seiner Eröffnungsrede am «Super Monday». Er pries die Star-Mezzosopranistin Katherine Jenkins aufs Herzlichste an, die unlängst noch am Hof der Queen Elizabeth gesungen hatte. «Jenkins' Stimme ist eine Naturgewalt.» Auch freute sich Brennwald wie ein kleiner Junge auf das Sportliche, das danach folgte. Und damit auf den Japaner Kei Nishikori: «Kei ist wie Sushi, leicht verdaulich, aber nicht für die Gegner.» Wie er wohl Rafael Nadal angekündigt hätte, der ursprünglich am Montag in der ausverkauften St. Jakob-Halle hätte antreten sollen?

Mitfavorit auf den Turniersieg

Brennwald sollte recht behalten. Nishikori, der sich Anfang Oktober noch am Heimturnier in Tokio verletzt hatte, war trotz Fehleranfälligkeit eine schwere Kost für seinen Gegner. Dem Serben Dusan Lajovic (ATP 77) liess die Weltnummer fünf lediglich beim 7:5 im ersten Satz eine Chance. Den zweiten Durchgang sicherte sich der Favorit im Eiltempo nach 31 Minuten mit 6:1. Der beste Asiate der Geschichte verbleibt damit bei seiner dritten Teilnahme in Basel im Tableau, was für den weiteren Verlauf der Turnierwoche Gutes verheisst. Dennoch ist Nishikori hierzulande eine verhältnismässig kleine Nummer und steht im Schatten der Grossen, der «Big Five», wie sie neuerdings bezeichnet werden – Stan Wawrinka inklusive. Der japanische Reporter, der den Tennisprofi für TV Ashani begleitet, klärt auf. «Bei uns ist Kei ein Superstar. Wir übertragen seine Spiele der 500er-Turniere live, das bringt zwei Millionen Zuschauer.» Der Reporter stellt Nishikori gar auf die gleiche Stufe wie Ichiro Suzuki, den grossen Star der Major League Baseball (MLB), dem ganz Japan zu Füssen liegt. Auch der zurückhaltende, ja fast scheue Nishikori sagt später, dass es in der Heimat um seine Person «verrückt» zu- und hergehe. «Manchmal muss ich mein Gesicht hinter einer Sonnenbrille verstecken.»

Für die ATP-Finals in London ist der 26-Jährige, der seit mehr als zehn Jahren in den USA lebt und bei Trainerlegende Nick Bollettieri sein Handwerk gelernt hat, bereits qualifiziert. Den grössten Erfolg feierte er heuer mit dem Halbfinaleinzug an den US Open, wo er an Wawrinka scheiterte. Es sei schade fürs Tennis, dass Roger Federer und Nadal in Basel nicht antreten können. «Sie sind meine Idole, ich wünsche mir, sie kommen stark zurück.» Und wie sagte der japanische Reporter? «Kei müsste in der Schweiz eigentlich bekannter sein. Gewinnt er hier das Turnier gegen Stan, wird er das auch sein.» Bekannt wie Sushi.

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