Kaum Revanchegelüste bei der AS Roma

Die AS Roma versucht heute abend in der Champions League zu Gast bei Bayern München Wiedergutmachung für das 1:7 im Hinspiel. Selbst in den eigenen Reihen herrscht aber Skepsis, ob die Revanche gelingt. Die Münchner agieren zu überzeugend.

Ueli Zoss
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FUSSBALL. Vor zwei Wochen wurde Rom in nur einer Nacht geplündert. Nach 39 Minuten führte Bayern München im Stadio Olimpico auf dem Weg zum 7:1-Sieg in der Champions League gegen die AS Roma bereits 5:0. Der Wegzug der Eindringlinge verlief aber in allen Ehren: Papst Franziskus gewährte am Tag nach dem Spiel der Delegation der Bayern Audienz.

Die Schmach im Hinspiel hinterliess bei Rom Spuren. Am vergangenen Samstag bot das Team des französischen Trainers Rudi Garcia beim 0:2 gegen Napoli erneut eine indiskutable Leistung. Was die Roma in der vergangenen und zu Beginn dieser Saison noch auszeichnete – Selbstbewusstsein, solides Zweikampfverhalten und Tempofussball – scheint wie weggeblasen.

Rom ist tief erschüttert

Der Knackpunkt war das Spiel gegen die Bayern. «Das war wie ein Stich ins Herz», sagte Mittelfeldspieler Daniele De Rossi, zusammen mit dem 38jährigen Stürmer Francesco Totti die Urgesteine in den Reihen des dreifachen italienischen Meisters. «Bayern hat all unsere Sicherheit im Spiel zerstört.» Auch der Trainer versprüht wenig Optimismus: «Ein Unentschieden wäre bereits ein grosser Erfolg», sagt Garcia, «es wird jedoch sicher nicht schwierig, eine bessere Figur als im Hinspiel abzugeben.» Mit dieser Prognose könnte er durchaus richtig liegen.

Bayern steht vor Gruppensieg

Der deutsche Rekordmeister ist hingegen zum sechstenmal mit drei Siegen aus den ersten drei Partien in die Gruppenphase der Champions League gestartet. Mit drei weiteren Punkten heute abend würden sich die Bayern vorzeitig den Gruppensieg sichern. Ein Unentschieden reicht auch schon für den Einzug in die Achtelfinals.

Der geglückte Saisonstart überrascht ein wenig. Am ehesten sei der Champions-League-Halbfinalist der Vorsaison zu Beginn der laufenden Spielzeit zu knacken, waren sich die Experten einig. Die sechs Weltmeister und die übrigen WM-Teilnehmer im Team hätten in der kurzen Sommerpause zu wenig Zeit zum Regenerieren und die Saison vorzubereiten. Diese Vermutung traf aber nicht zu.

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